Restaurant "Die Horn" © Elisabetta Gaddoni
Elisabetta Gaddoni
Bild: Elisabetta Gaddoni

Traditionelle Knödel treffen auf erlesene Zutaten - "Die Horn": Knödel in Kreuzberg

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Knödel stehen in der Regel für deftige, rustikale Küche. Nicht so in "Die Horn", dem kleinen Lokal mit schattiger Gartenterrasse, das ein junges Team vor einem halben Jahr eröffnet hat. Knödel werden hier in fünf verschiedenen, geschmacklich zeitgemäßen Varianten angeboten - u.a. mit feinem Rindergulasch, mit Auberginen-Caponata oder mit Japanischem Pilzragout. Ähnlich ansprechend ist die Getränkekarte mit wenigen gut ausgewählten Weinen und vielen Biersorten, Aperitifs und Cocktails.

Jahrelang befand sich an derselben Adresse das Nachbarschafslokal "Carabao". Die neuen Betreiber sind junge Männer, die wohl im selben Haus wohnten und sich kurzerhand entschieden haben, das Lokal zu übernehmen, als es gegen Ende letzten Jahres hieß, dass das alteingesessene Thai-Restaurant schließen würde.

Allerdings ist eine Neueröffnung nach eineinhalb Jahren Pandemie ausgesprochen mutig - erst recht, wenn man keine lange Erfahrung im harten Geschäft der Gastronomie hinter sich hat.

Knödel 2.0

So ist die Entscheidung, sich auf eine kleine, überschaubare Karte zu beschränken, sehr verständlich und sinnvoll in einer Zeit, in der viele Restaurants wegen Unsicherheit und Personalmangel auf fertige, vakuumierte Gerichte greifen. Knödel werden hier zwar traditionell hergestellt, allerdings mit erlesenen Zutaten verfeinert: Mit Bratkartoffeln statt mit rohen oder gekochten Knollen, mit Spinat und mildem Käse, mit Kürbis, Kokos und Süßkartoffeln oder mit Roter Bete und Walnuss.

Ebenso attraktiv klingen die Beilagen: Gulasch vom Rind der renommierten Schwäbisch-Hällischen Erzeugergemeinschaft, süßsäuerliche Auberginen-Caponata mit Datteln und Kapern, Shitake- und Shimeji (japanische Buchenpilze)-Rahmpfanne, jeweils mit gemischtem Salat angerichtet, alles ausgewogen und geschmacksvoll kombiniert und gewürzt.

Gut ausgesuchte Weine und ein Dessert

Das einzige Dessert, das zurzeit auf der Karte steht, ist eine miniportionierte Panna Cotta mit Beeren: Ein kleiner süßer Abschluss, der manchen eher recht ist als die riesigen, mahlzeitersetzenden Nachtische mancher Restaurants.

Die Getränkekarte bietet wenige, aber gut ausgesuchte Weine, dafür eine größere Auswahl an Biersorten, Aperitifs und Cocktails. Damit scheint das Lokal zusätzlich zu Stammpublikum des alten Lokals jüngere Kundschaft locken zu wollen - dafür sprechen die eher moderaten Preise.

Möge ein langer, warmer Sommer diese Bemühungen unterstützen und die schattige Gartenterrasse zum beliebten Treffpunkt im Kiez machen!

Elisabetta Gaddoni, rbbKultur

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