46. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt – Ingeborg-Bachmannpreis 2022; © ORF/Johannes Puch
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Bachmannpreis 2022 - Am Wörthersee geht es wieder um die Wörter!

Die Tage der deutschsprachigen Literatur endlich wieder in Präsenz. Anne-Dore Krohn dazu, was uns in den Tagen bis Sonntag erwartet.

Nach zwei Jahren ohne Publikum kommen zum diesjährigen Ingeborg Bachmannwettbewerb in Klagenfurt endlich wieder Gäste. Die 46. "Tage der deutschsprachigen Literatur" finden vom 22. bis 26. Juni nach zwei digitalen Ausgaben wieder in Präsenz statt. Vierzehn Autorinnen und Autoren werden ab Donnerstag um die Wette lesen, bis am Wettbewerbssonntag mehrere Preise vergeben werden, u.a. der 3 Sat-Preis, der Publikumspreis und der Ingeborg-Bachmann-Preis, der mit 25 000 Euro dotiert ist. Letztes Jahr gewann ihn die in Österreich lebende Autorin Nava Ebrahimi.

"Auf Dauer brauchen die Diskussionen und die Branche die Begegnung vor Ort, damit der Bewerb so lebendig bleibt wie er es seit 46 Jahren ist", sagte die Juryvorsitzende Insa Wilke der Deutschen Presse-Agentur. Ingeborg Bachmann, die Namensgeberin des Preises, wäre mittlerweile 96 Jahre alt. Das Haus in der Henselstraße in Klagenfurt, der Ort ihrer Kindheit und Jugend und auch der Ort, an den sie nach ihrem Aufenthalt in Rom zurückkehrte, soll ein Museum werden.

Viel Berlin in Klagenfurt

Mehr als ein Drittel der nominierten Autorinnen und Autoren in diesem Jahr haben einen Wohnsitz in Berlin: Eva Sichelschmidt, Alexandru Bulucz, Leon Engler, Mara Genschel und Behzad Karim Khani. Bulucz gehört zu den bekannteren Autoren, er wurde 1987 in Westrumänien geboren und hat sich in der Lyrikszene einen Namen gemacht. Behzad Karim Khani, 1977 in Teheran geboren, lebt seit zehn Jahren in der Hauptstadt und betreibt in Kreuzberg eine Bar. Eva Sichelschmidt betrieb ein Geschäft für Mode und den Laden "Whisky & Cigars", ihr Roman "Bis wieder einer weint" erschien 2020. Leon Engler, geboren 1989 in Osterzell, Bayern, ist angehender Psychologe und hat bisher vor allem Hörspiele veröffentlicht. Und Mara Genschel, ein 1982er Jahrgang, zog aus Bonn nach Berlin und beschäftigt sich mit performativer Prosa.

Zur Jury gehören Insa Wilke, Mara Delius, Vea Kaiser, Klaus Kastberger, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler und Michael Wiederstein. Dieses Mal wird die Jury, anders als in den Vorjahren, ein anderes Bewertungssystem versuchen und Punkte für die favorisierten Texte vergeben. Danach wird addiert. Der berühmte Justitiar, der zum festen Bestandteil des Bewerbs gehört, wird mit dem niedrigst dotierten Preis beginnen und sich dann Stück für Stück zum Hauptgewinn vorarbeiten – dem mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis.

Lesungen im Garten

Auch die Lesungen werden in diesem Jahr anders choreographiert. Erstmals finden sie nicht im Studio, sondern auf einer Bühne im Garten statt – was dazu führt, dass die Jury ohne Autorinnen und Autoren im Studio sitzt. Das Publikum dagegen kann sich entscheiden, ob es im Garten zusehen möchte, sich ins Fernsehstudio setzt oder zwischen beiden Standorten hin- und herwandert.

Für rbbKultur ist Literaturexpertin Nadine Kreuzahler live in Klagenfurt und berichtet über den Bewerb.

Anne-Dore Krohn, rbbKultur

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