Horst Krüger © dpa - Report
dpa - Report
Bild: dpa - Report Download (mp3, 46 MB)

Zum 100. Geburtstag von Horst Krüger - Das zerbrochene Haus

Eine Jugend im Dritten Reich – Horst Krüger erinnert sich an das Abbild der untergegangenen Welt "der guten Deutschen". In dem autobiografischen Roman "Das zerbrochene Haus" beschreibt er das Kleinbürgertum, das dem Faschismus zur Macht verhalf.
 

Meine Mutter versinkt hinter dem runden Pilztisch in einem stoffbezogenen, fleckigen Sessel. Sie hat katholische Augen: dunkel, gläubig. Etwas Verkündigendes liegt in ihrer Stimme. Sie liest aus einem Buch vor, das den Titel trägt: ‚Mein Kampf‘. Es ist Spätsommer 1933.

Horst Krüger

Vor 100 Jahren wurde der Schriftsteller Horst Krüger in Magdeburg geboren. Der Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki würdigte Horst Krüger als schriftstellerischen Apologeten, als strengen Kritiker und Ankläger seiner Heimat. In dem autobiographischen Roman "Das zerbrochene Haus" berichtet Krüger über seine Jugend unter Hitler, die Festnahme durch die Gestapo und die amerikanische Kriegsgefangenschaft. 1983, 50 Jahre nach der Machtergreifung der Nazis, hat Krüger sein Werk im SFB selbst eingelesen, in beinahe manischer Rastlosigkeit: Krüger nuschelt und leiert, er spricht mit viel Pathos und macht kaum eine Pause. Schnell entsteht ein Sog, der nur schwer wieder loslässt. Zum Geburtstag sendet rbbKultur Ausschnitte aus der monumentalen Serie.

Von Horst Krüger
Regie: Klaus Lindemann
Produktion: SFB 1983

Podcast

Das zerbrochene Haus © rbb
rbb

Podcast - Das zerbrochene Haus

"Meine Mutter liest aus einem Buch vor, das den Titel trägt: 'Mein Kampf'. Es ist Spätsommer 1933." Horst Krüger erinnert sich an das Abbild der untergegangenen Welt "der guten Deutschen". In seinem autobiografischen Roman beschreibt er das Kleinbürgertum, das dem Faschismus zur Macht verhalf: Man war wieder wer. "Die Nazis hatten einen untrüglichen Sinn für provinzielle Theatereffekte." "Das zerbrochene Haus" - 1982 von Horst Krüger selbst gelesen.