Elke Erb in der Akademie der Künste Berlin © imago images / gezett
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Wichtigster Literaturpreis in Deutschland - Elke Erb erhält Büchnerpreis 2020

Die Schriftstellerin Elke Erb bekommt den diesjährigen Büchnerpreis. Das hat die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt bekannt gegeben.

In der Begründung der Jury heißt es, mit Elke Erb ehre die Akademie ein unverwechselbares und eigenständiges Lebenswerk. Begonnen habe es 1975 in der DDR; nach deren Ende habe es sich unbeirrt bis in die Gegenwart fortsetzt. Für Erb sei Poesie eine politische und höchstlebendige Erkenntnisform. Erb gelinge es "wie keiner anderen, die Freiheit und Wendigkeit der Gedanken in der Sprache zu verwirklichen, indem sie sie herausfordert, auslockert, präzisiert, ja korrigiert". Für die "unverdrossene Aufklärerin" sei Poesie eine "politische und höchstlebendige Erkenntnisform". Der Preis werde am 31. Oktober in Darmstadt verliehen.

Die 82 Jahre alte Autorin lebt in Berlin und der Oberlausitz. Sie wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter dem Peter-Huchel-Preis 1988, dem Ernst-Jandl-Preis 2013 und dem Bundesverdienstkreuz 2019.

Ihre ersten Buchveröffentlichungen waren "Gutachten, Poesie und Prosa" (1975) und "Der Faden der Geduld" (1978). Anfang der 1980er Jahre nahm die Schriftstellerin Kontakt zur Friedensbewegung auf. Ihre Arbeit an einer Anthologie "inoffizieller Literatur" und ihr
Protest gegen die Ausbürgerung des Bürgerrechtlers Roland Jahn führten zur Überwachung durch die Stasi.

1987 veröffentlichte Erb den von der Kritik als epochal bezeichneten Band "Kastanienallee. Texte und Kommentare" und nach der Wende 1991 den Prosatext "Winkelzüge oder Nicht vermutete, aufschlussreiche Verhältnisse". Zuletzt erschienen von ihr die Gedichtbände "Das Hündle kam weiter auf drein" (2013) und "Gedichtverdacht" (2019).

Elke Erb, Schriftstellerin, im Schloss Bellevue, Berlin 2019; © dpa/Wolfgang Kumm

Der Georg-Büchner-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert – er gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Mit dem Preis ehrt die Akademie für Sprache und Dichtung seit 1951 Autoren, "die in deutscher Sprache schreiben, durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben". Bisherige Träger sind unter anderen Heinrich Böll, Friedrich Dürrenmatt, Günter Grass und Erich Kästner.

Namensgeber der Auszeichnung ist der in Goddelau bei Darmstadt geborene Schriftsteller Georg Büchner (1813-1837). Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Dramen "Woyzeck" und "Dantons Tod".