Buchcover: "150 Jahre Deutscher Alpenverein"
Prestel
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Bildband - Die Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein

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Ein Buch über die Berge, das punktet mit atemberaubenden Fotos, aber das nicht allein.

Menschen, die die Berge lieben, tun das ja oft mit einer großen Unbedingtheit und ganz unabhängig von der Jahreszeit… Man kann diesem Buch entnehmen, dass es sehr viele verschiedene Gründe gibt, die Berge zu lieben – das kann die Begeisterung für hochalpine Landschaften sein, aber auch der Wunsch, die eigene Leistungsfähigkeit auszutesten und an die Grenzen zu gehen. In diesem Buch werden einige dieser Wurzeln der Begeisterung aufgezeigt, genauso wie ihren Wandel in den letzten 150 Jahren, in denen der Deutsche Alpenverein die Heimat der Bergbegeisterten ist.

Übrigens: wer Alpenverein nur in den Alpen verortet, muss wissen dass die Berliner Sektion des Deutschen Alpenvereins mit über 20.100 Mitgliedern der drittgrößte Sportverein Berlins ist, gleich hinter Hertha BSC und Union Berlin.

Ein großes Thema: die Eroberung der Berge und der Gipfel

Der Alpenverein hat seit seiner Gründung 1869 das zum großen Teil überhaupt noch nicht begangene Hochgebirge zunächst einmal erschlossen. Der Alpinismus war im Wachstum begriffen, die Eroberung der Berge und der Gipfel ein großes Thema.

Schon sehr bald waren es Wegmarkierungen, Routen überhaupt und vor allem die Berghütten, die für Verein und Bergsteiger zentral wurden.

Im Buch gibt es eine ganze Doppelseite mit fast 20 Aquarellzeichnungen der ersten Berghütten, alle schon in den 1870er bis 80er Jahren errichtet. Diese Hütten gehören auch heute noch den einzelnen Sektionen, die sie gebaut haben und betreiben.

Auch hier ist die Berliner Sektion wieder ganz gut dabei: Eine ihrer Hütten ist das Brandenburger Haus in den Ötztaler Alpen und mit seiner Lage auf 3277 Metern ist das die höchstgelegene Hütte des DAV.

Der Wandel im Blick auf die Berge

Ein Buch über die Berge, das punktet mit atemberaubenden Fotos, aber das nicht allein.

Ein Anfangskapitel z.B. geht dem Alpenbild nach. Zunächst sind das verschiedene Gemälde aus diversen Sammlungen und mündet dann auf der Fotoplattform Instagram. Denn natürlich sind die fast 1,3 Millionen Mitglieder des Alpenvereins auch auf den Bergen in den Netzwerken unterwegs und schicken ihre Gipfelbilder in die Welt. Sehr viel schöner kann man den Wandel im Blick auf die Berge und den Bergsport nicht deutlich machen.

Überhaupt tragen die zahlreichen Fachautoren aus unterschiedlichen Bereichen dazu bei, die Geschichte von Bergen, Bergsport, Wettkampfklettern, und ganz wichtig über all die Jahre auch Naturschutz historisch und aktuell zu beleuchten und jeweils richtungsweisende Veränderungen, damit einhergehende Diskurse zu beleuchten.

Es gibt rund 400 Abbildungen, Karten und Dokumente, die das anschaulich machen.

Die Spannung zwischen der Erschließung der Alpen und dem Naturschutz

Ein Thema zieht sich durch die Jahrzehnte: Die Spannung zwischen der Erschließung der Alpen und dem Naturschutz.

Das war seit der Gründungszeit ein wesentliches Thema. Am Anfang war es die touristische Erschließung, die wissenschaftliche Begleitung und auch Bildungsarbeit. Dann kommt schnell die Besiedlung, die Ausweitung der Routen usw. ins Spiel und damit sofort die Bedrohung der vorher unberührten Natur. In der Weimarer Republik nahm der Deutsche Alpenverein den Naturschutz in seine Satzung auf und setzte sich für den Erhalt unerschlossener Gebirgslandschaften ein. Bereits 1925 fand in München eine Protestveranstaltung mit 4.000 Personen gegen die Erschließung der Zugspitze statt.

Dann setzten die 68er dem "Bergsteigen der alten Schule" das Freiklettern und die Philosophie von persönlicher Freiheit und Genuss entgegen. Seit ein paar Jahren nun ist es außerdem der  Schwierigkeits- und Gefahrenalpinismus, der an Bedeutung gewinnt. Inzwischen gibt es in vielen Städten Kletterwände und Kletterzentren – auch das ist eine neuere Facette der Beziehung von Mensch und Berg. Und im nächsten Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio ist erstmals Klettern olympische Disziplin.

Danuta Görnandt, rbbKultur

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