Buchcover: "Running girl"
Rowohlt
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Roman - Simon Mason: "Running Girl"

Bewertung:

Der englische Autor Simon Mason ist für seine komischen Kinderbücher über die chaotische Familie Quigley bekannt. Jetzt ist eine Krimireihe für Jugendliche von ihm erschienen. Der erste Band heißt "Running Girl" und handelt vom Mord an einer Schülerin.

Im Mittelpunkt steht der 16jährige Garvie Smith. Er ist gut aussehend und hochintelligent, aber stinkfaul und meistens total gelangweilt. Eigentlich ist er nur einer unter vielen Zeugen, die von der Polizei befragt werden, nachdem ihre Mitschülerin Chloe nicht vom Joggen zurückkommt und kurze Zeit später tot aufgefunden wird.

Der Polizei immer ein paar Schritte voraus

Garvie war mal kurz mit ihr zusammen, aber das ist nicht der einzige Grund dafür, dass er sich in die Ermittlungen einmischt.

Garvie hat nämlich eine Vorliebe dafür, Rätsel zu knacken. Außerdem traut er dem unerfahrenen Polizeiinspektor Gaminder Singh, der zum ersten Mal eine Mordermittlung leitet, nicht zu, den Fall zu lösen. Und tatsächlich ist Garvie der Polizei oft einen - oder mehrere Schritte voraus.

Analytische Fähigkeiten erinnern an Sherlock Holmes

Dabei geht er nicht immer legale Wege. Er knackt den Computer seines Onkels, der als Gerichtsmediziner an dem Fall arbeitet, bricht Türen auf, um an Informationen zu kommen, und legt sich mit ziemlich gefährlichen Typen an.

Aber im Gegensatz zur Polizei, die immer wieder Kleinigkeiten übersieht und in die falsche Richtung ermittelt, stellt er nicht nur die richtigen Fragen, sondern zieht auch die richtigen Schlüsse, aus dem was er herausfindet. Dabei helfen ihm sein fotografisches Gedächtnis und die Fähigkeit analytisch denken zu können

Ähnlichkeiten mit Sherlock Holmes sind beabsichtigt. Simon Mason hat seinem Protagonisten ein paar Eigenschaften der berühmten Detektivfigur mitgegeben. Aber auch einen Hauch von Hercule Poirot und Philip Marlow.

Origineller Protagonist

Mit Garvie Smith hat Simon Mason einen sehr originellen und vielschichtigen Protagonisten erfunden. Er ist nicht nur das gut aussehende Superhirn, sondern hat auch ziemlich viele negative Eigenschaften und Brüche.

Er ist faul und treibt seine Mutter damit in den Wahnsinn, dass er nichts aus seiner Begabung macht. Stattdessen liegt er gelangweilt im Bett und starrt an die Decke, bis irgendwas passiert und sein Interesse weckt. Seine freche und zynische Art gegenüber dem leitenden Polizeiinspektor verschafft dem Buch ein paar sehr witzige Stellen. Doch selbst der muss irgendwann einsehen, dass er ohne Garvies Hilfe ständig auf der Stelle tritt.

Eine Drehung zu viel, aber fesselnd bis zum Schluss

Simon Mason schreibt spannend und unterhaltsam. Man ist bis zum Schluss gespannt, weil auch die Lesser meistens ein paar Schritte hinter Garvie herhinken. Denn der teilt seine Gedanken nicht mit den Lesern.

Übrigens auch ein Kniff, den sich Simon Mason bei den Sherlock Holmes Geschichten abgeguckt hat. Die Handlung wäre auch mit einer Drehung weniger ausgekommen, aber ist fesselnd bis zur letzten Seite.

Ein zweiter fall von Garvie Smith und Inspektor Singh ist zeitgleich unter dem Titel "Kid got shot" erscheinen.

Sarah Hartl, rbbKultur

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