Buchcover: "Petit Piment"
Seuil
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Sachbuch - Alain Mabanckou: "Petit Piment"

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Petit Piment heißt der kindliche Held, dessen Geschichte Alain Mabanckou in dieser grandiosen Fabel erzählt. Seine Perspektive ist einfach - und doch spiegelt sich in ihr die Geschichte des Landes, in dem er lebt: der Republik Kongo.

Auch wenn man dieses Land nicht kennt: Die Geschichte von Petit Piment geht unter die Haut. Wahrscheinlich gerade weil Alain Mabanckou so schnörkellos einfach erzählt, was er selbst kennt: vom Kongo, seiner Westküste und der Zeit um den Machtwechsel zum Sozialismus.

Mit dem Namen ein Stück des Ichs verlieren

Weil er seinen Rivalen Chili ins Essen gestreut hat, und sie damit außer Gefecht setzt, verschafft sich der 13jährige Ich-Erzähler unter den den Kindern des Waisenhauses, in dem er lebt, Respekt. Von nun an nennen ihn alle "Petit Piment". Doch mit dem alten Namen verliert er auch ein Stück seines alten Ichs. Er wird zu einem Neuen, wie noch viele weitere Male in diesem Roman.

Verluste

Petit Piment stolpert durch`s Leben und immer wieder verliert er Menschen, die er liebt. Als die Kommunisten 1969 die Regierung übernehmen, verschwindet im Waisenhaus auf einmal der Priester, der ihm wie ein Vater war und ihm seinen ursprünglichen Namen gegeben hatte.

Er flieht aus dem Waisenhaus und lässt dort seinen besten Freund zurück. Und schließlich wird die Prostituierte, die ihm hilft eine Existenz aufzubauen brutal ermordet.

Sprache als Sinnbild für Identität

Von so viel Verlust gebeutelt, wird Petit Piment, der eigentlich ein Stehaufmännchen ist, verrückt. "Ich habe alle Informationen über die Umstände verloren, unter denen ich etwas tue.", erzählt er einem Psychiater und vergleicht sich dabei mit einem Verb, das ohne weitere Satzteile keinen Sinn ergibt. So wird die Sprache selbst zum Sinnbild für Identität.

Die Geschichte eines ganzen Landes

Alain Mabanckou ist nicht umsonst mit Preisen wie dem Grand Prix de Littérature oder dem Man Booker International Prize geehrt worden. Er ist ein großartiger Erzähler, der es schafft, im Leben dieses jungen Mannes die Geschichte eines ganzen Landes aufscheinen zu lassen.

Julia Riedhammer , rbbKultur

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