Alex Ross: Die Welt nach Wagner; Montage: rbbKultur
Rowohlt
Bild: Rowohlt Download (mp3, 4 MB)

Musiktheorie - Alex Ross: "Die Welt nach Wagner"

Bewertung:

Wagners Einfluss ist unbestritten: Musik, Literatur, Philosophie, Dramaturgie bis hin zur Politik wurden und werden von seinem Schaffen bis heute geprägt. Das alles aber einmal systematisch zusammenzutragen, ist das Verdienst dieser umfangreichen Arbeit.

Der amerikanische Musikjournalist Alex Ross ist bis in die hintersten Winkel der Auswirkungen Wagners vorgedrungen: "Wagner und die Schwarzen" oder "Wagner, Gender und Sexualität" heißen etwa zwei Kapitel. Daneben liefert Ross auch zu bereits systematischer behandelten Aspekten eine wichtige Bestandsaufnahme, etwa zu Wagners Antisemitismus.

Musikalisches Vorwissen benötigt man kaum, um das Buch mit Gewinn lesen zu können, eher eine sehr gute Allgemeinbildung. Nach der Lektüre dieses Buches ist unmissverständlich klar: An Wagner kommt man nicht vorbei, ganz gleich ob man sich das bewusst macht oder nicht.

Andreas Göbel, rbbKultur

Weitere Rezensionen

Susan Sontag: Wie wir jetzt leben; Montage: rbbKultur
Hanser Verlag

Erzählungen - Susan Sontag: "Wie wir jetzt leben"

Es waren nicht ihre Romane und Kurzgeschichten, die Susan Sontag bekannt gemacht haben, sondern ihre Essays und Sachbücher – "Krankheit als Metapher" zum Beispiel, der berühmte Essay "Anmerkungen zu Camp" oder ihre Texte über Fotografie. Dabei war ihr die Prosa selbst sehr wichtig und sie hätte sich dafür mehr Aufmerksamkeit gewünscht.

Bewertung:
Clarice Lispector: Aber es wird regnen; Montage: rbbKultur
Penguin Verlag

Sämtliche Erzählungen in zwei Bänden - Clarice Lispector: "Aber es wird regnen"

In Lateinamerika war sie schon zu Lebzeiten eine Legende, im Rückblick gilt sie als die Ikone der brasilianischen Moderne schlechthin: die 1977 verstorbene brasilianische Schriftstellerin Clarice Lispector. In Europa sind ihre Romane und Erzählungen hauptsächlich in feministischen Insider-Kreisen bekannt. Der Penguin Verlag macht sich seit ein paar Jahren daran, ihr Werk neu zu übersetzen – jetzt sind ihre sämtlichen Erzählungen erstmals alle auf Deutsch erschienen.

Bewertung:
Emma Becker: La Maison © rowohlt
rowohlt

Roman - Emma Becker: "La Maison"

Am Ende kommen noch Janus, Olaf und Gerd zu Justine ins "La Maison", wie das Wilmersdorfer Bordell in Emma Beckers gleichnamigen Roman heißt. Sie bevorzugen SM-Praktiken, sind im sogenannten Studio des Freudenhauses der Dominus, der fesselt, peitscht und würgt, während Justine die Sklavin darstellt, die gefesselt, gepeitscht und gewürgt wird. "La Maison" ist Beckers dritten Roman, der in Frankreich für einiges Aufsehen sorgte.

Bewertung: