Klaus Wallendorf: Zwischen Mundstück und Mikrofon; Montage: rbbKultur
Galiani
Bild: Galiani

Aus den Papieren eines philharmonischen Hornisten - Klaus Wallendorf: "Zwischen Mundstück und Mikrofon"

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Klaus Wallendorf war nicht nur lange Jahre Hornist in den Reihen der Berliner Philharmoniker, sondern wurde auch vom Orchester wegen seiner Vorliebe für das Schreiben humorvoller Texte zum "Hauspoet auf Lebenszeit" ernannt.

Der neue Band versammelt alles Mögliche: Erinnerungen an seine Jugend und seinen Werdegang über Hornspezifisches bis hin zu Glückwunschtexten oder Abschiedsreden für Orchesterkollegen oder auch eine Rede anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den damaligen Chefdirigenten der Philharmoniker Claudio Abbado.

Das alles liest sich leicht und locker – allzu viel literarischen Tiefgang enthält das Büchlein nicht. Es dominiert ein freundlicher Plauderton mit deutlicher Vorliebe des Autors für kleinere Sprachspielereien von "Fjordiligi" bis "Yenseits".

Andreas Göbel, rbbKultur

Weitere Rezensionen

Julian Barnes: Der Mann im roten Rock; Montage: rbbKultur
Kiepenheuer & Witsch

Biografie der Belle Époque - Julian Barnes: "Der Mann im roten Rock"

Hat der Graf von Montesquiou sich mit der Schauspielerin Sarah Bernhardt nach einem Fotoshooting auf Kissen geräkelt? Ging er gar mit ihr ins Bett, obwohl er homosexuell war und hat sich danach eine Woche lang übergeben? "Wir wissen es nicht." Wann hat Thérèze Pozzi erstmals die Möglichkeit der Trennung von ihrem Mann, dem Modearzt und Star-Gynäkologen Samuel Pozzi in Erwägung gezogen? "Wir wissen es nicht." - Man sollte einem Autor trauen, der diesen Satz so inflationär gebraucht wie Julian Barnes, der sich in seinem neuen Buch als Biograf einer Epoche, der Belle Époque, betätigt.

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Saul Friedländer: Proust lesen © C.H.Beck
C.H.Beck

Ein Essay - Saul Friedländer: "Proust lesen"

"Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Manchmal, die Kerze war kaum gelöscht, fielen mir die Augen so rasch zu, dass keine Zeit blieb, mir zu sagen: Ich schlafe ein." - Mit diesen Sätzen beginnt einer der umfangreichsten Roman-Zyklen der Weltliteratur: Marcel Proust - "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Der erste der sieben Bände erschien 1913, der letzte 1927, also erst fünf Jahre nach seinem Tod. Peter Matić liest auf rbbKultur das kolossale Werk, an dem viele Leser*innen - seien wir ehrlich - trotz mehrerer Anläufe scheitern.

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Bernd-Jürgen Fischer: Auf der Suche nach Marcel Proust; Montage: rbbKultur
Reclam

Ein Album in Bildern und Texten - Bernd-Jürgen Fischer: "Auf der Suche nach Marcel Proust"

Als Marcel Proust 1919 in Paris den Prix Goncourt für den zweiten Teil seiner "Suche nach der verlorenen Zeit" verliehen bekam, für "A l‘ ombre des jeunes filles en fleurs", hielt sich die öffentliche Begeisterung in Grenzen. Nur ein Jahr nach Kriegsende erschien es selbst vielen Kulturmenschen nicht oppurtun, einen Roman wie diesen auszuzeichnen - einen Roman, den ein Kritiker als "Collage ruheloser Grübeleien" bezeichnete.

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