Laurenz Lütteken: Der verborgene Sinn; Montage: rbbKultur
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Musik-Buch - Laurenz Lütteken: "Der verborgene Sinn. Verhüllung und Enthüllung in der Musik"

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Musik kann viel: Stimmungen und Emotionen ausdrücken, sich mit anderen Künsten verbinden, Geschichten erzählen und manches mehr. Aber kann sie sich auch selbst zum Gegenstand machen? Der Musikwissenschaftler Laurenz Lütteken geht in seinem neuen Buch dieser Frage nach.

Auf direktem Wege geht das so einfach natürlich nicht. Auch für diese Frage benötigt Laurenz Lütteken eine Metapher, in diesem Fall "Verhüllung und Enthüllung". Über vier Jahrhunderte reichen die Beispiele, die Lütteken auswählt, um Spuren zu suchen, wo tatsächlich Musik selbstreflexiv in Erscheinung tritt: von Claudio Monteverdi bis Isabel Mundry. Etwa wenn Mozart in "Don Giovanni" oder der "Zauberflöte" szenische Momente zum Anlass nimmt, "in Musik die Möglichkeiten musikalischer Darstellung zu erkunden“.

Vorwissen erwünscht

Der Autor geht dabei ganz selbstverständlich von einem Lesepublikum aus, das sich auf seinem Kenntnisstand befindet. Das betrifft Kenntnisse der herangezogenen Musikbeispiele ebenso wie das Wissen um musik-, besser noch: kulturhistorische Zusammenhänge.

Beispiel: Wenn er den letzten Satz aus Dmitrij Schostakowitschs später Bratschensonate als gedehnte Annäherung an den ersten Satz aus Beethovens sogenannter "Mondscheinsonate“ versteht, ohne dass "absehbar wäre, ob der erinnernde Prozess gerade noch zur fragmentierten Vergegenwärtigung des Vergangenen oder, wahrscheinlicher, zu dessen endgültigem Verlust geführt hat“, setzt das das Verständnis für beide Werke naturgemäß voraus.

Lesevergnügen für graue Zellen

Laurenz Lütteken hat kein Buch geschrieben, das "Ergebnisse“ liefert. Selbst die Grundfrage nach der Fähigkeit von Musik zur Selbstreflexion wird nicht klar mit Ja oder Nein beantwortet. Vielmehr entfaltet der Autor ein musikphilosophisches Gedankenspiel, das auf vergnügliche Weise ein originelles Schlaglicht auf ein spekulatives musikalisches Phänomen wirft. Ein Lesevergnügen für graue Zellen.

Andreas Göbel, rbbKultur

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