Thomas Kabisch: Chopins Klaviermusik © C.H. Beck
C.H. Beck
Bild: C.H. Beck Download (mp3, 5 MB)

Ein musikalischer Werkführer - Thomas Kabisch: "Chopins Klaviermusik"

Bewertung:

Frédéric Chopin hat einige der beliebtesten Klavierwerke komponiert wie das "Regentropfen-Prélude" oder den "Minuten-Walzer". Jetzt widmet sich der Musikwissenschaftler Thomas Kabisch der gesamten Klaviermusik von Chopin.

Frédéric Chopin hat fast ausschließlich Klavierwerke geschrieben, es gibt kein einziges Stück von ihm, in dem das Klavier nicht wenigstens vorkommt: neben den Solowerken die beiden Klavierkonzerte, die Konzertstücke, sehr wenig Kammermusik und einige Lieder, das ist alles.

Wenn wir also über Chopins Klaviermusik sprechen, kommt dies einer Erörterung des Gesamtwerks ziemlich nahe, zumal der Autor Thomas Kabisch die beiden Klavierkonzerte in seine Besprechungen integriert – überzeugend angesichts des Orchesterparts, der in beiden Werken eher marginal ist.

Symptome der Moderne

Drei große Gruppen fasst der Autor zusammen: die Stücke, die Chopin vorwiegend in den Pariser Salons gespielt hat wie Nocturnes oder Mazurken, die große Form wie Balladen und Scherzi und schließlich "figuratives Komponieren und Symptome der Moderne". Gemeint sind damit Stücke, die den Geist der Improvisation atmen wie Variationen oder Préludes.

Darüber hinaus wird versucht, immer auch über reine Beschreibungen der Stücke hinauszugehen, um etwas über Chopins Entwicklung als Komponist auszusagen: "Der Weg führt von Werken, die an formale Konventionen gebunden sind und die Usancen des Virtuosenbetriebs widerspiegeln, über die Radikalität der Impromptus und die große Form der Scherzi hin zu einer individualisierten Variantenkunst."

Keine dynamischen Exzesse

Dieses kleine Buch ist keine Biografie, die eine Persönlichkeit beleuchtet, bei der auch außermusikalische Dinge eine Rolle spielen, aber man erfährt auch einiges über Chopin selbst, so etwa über seine Art des Vortrags am Klavier, die dynamische Exzesse vermied – immerhin ein klarer Hinweis an alle diejenigen, Chopins Musik auf großen Konzertflügeln herunterdonnern.

Fachliteratur

Die innerhalb der Reihe "C.H. Beck Wissen" erscheinenden Themenbände zur Musik wollen sich an ein Publikum aus Kennern und Liebhabern wenden. Dieser Band fordert allerdings eindeutig Kennerkompetenz – der Autor taucht sehr konzentriert in die Materie ein, während kein Raum bleibt, um interessierte Laien erst an den Gegenstand heranzuführen.

Die Analysen der einzelnen Stücke verlangen eindeutige musikalische Fachkenntnisse. Die allgemeinen Abschnitte sind dagegen größtenteils auch ohne diese verständlich. Allerdings sollte dieser Band nicht das erste Musikfachbuch sein, das jemand zur Hand nimmt.

Andreas Göbel, rbbKultur

Weitere Rezensionen

Thomas Leibnitz: Verrisse © Residenz Verlag
Residenz Verlag

Respektloses zu großer Musik von Beethoven bis Schönberg - Thomas Leibnitz: "Verrisse"

Verrisse haben eine große Tradition. Seitdem über Musik geschrieben wird, haben Kritikerinnen und Kritiker für das mögliche Nichtgefallen deutliche Worte gefunden. Und so manche Verrisse lesen sich auch ziemlich vergnüglich. Der österreichische Musikwissenschaftler, Germanist und Publizist Thomas Leibnitz hat sich in seinem Buch "Verrisse. Respektloses zu großer Musik von Beethoven bis Schönberg" damit auseinandergesetzt.

Bewertung:
Johan Eklöf: Das Verschwinden der Nacht; Montage: rbbKultur
Droemer HC

Sachbuch - v_rezension

Etwas 6.000 Sterne kann der Mensch mit bloßem Auge am Nachthimmel sehen – und noch zahllose andere Himmelskörper. Allerdings nur, wenn absolute Dunkelheit um ihn herum herrscht. In Las Vegas, einem der hellsten Orte der Welt, sehen die Menschen höchstens zehn Sterne. Der schwedische Autor und Zoologe Johan Eklöf hat ein Buch über die Lichtverschmutzung geschrieben, die uns den Blick in den Himmel verwehrt, aber vor allem die Natur bedroht.

Bewertung: