Stephan Mösch: Wie viel Mozart braucht der Mensch? © Bärenreiter Verlag
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Musik im Wertewandel - Stephan Mösch (Hrsg.): "Wie viel Mozart braucht der Mensch?"

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Um Mozart geht es auch, aber mehr noch stehen Fragen nach kulturellen Werten, nach ihrer Bedeutung für Bildung und Identität im Mittelpunkt einer Sammlung von Essays, die aus einer Vortragsreihe im Rahmen des Mozartfests Würzburg entstanden sind.

Die Vortragenden stammen aus verschiedenen Bereichen: Musik und Musikwissenschaft, aber auch Theologie oder Literaturwissenschaft. So stellt die Komponistin Isabel Mundry die Frage nach unserer kulturellen Perspektive und plädiert für das Aufbrechen eingefahrener Sichtweisen und Abgrenzungen, während der Theologe Christoph Markschies die verheerende Auswirkung der Pandemie auf die musikalische Kultur, ins Bewusstsein ruft, als während der Lockdown-Phasen aus dem "dreidimensionalen Musizieren" nur noch eine "verfalchte zweidimensionale Abbildung auf digitalen Schirmen und Tonträgern" wurde.

Verschiedene, teilweise auch einander widersprechende Positionen treffen aufeinander. Mit seinen knapp 200 Seiten kann das Buch natürlich nur Streiflichter zur Frage sein, welche Rolle die Kultur, speziell hier: die Musik in einer Zeit mit teilweise extremen Herausforderungen haben kann oder sollte.

Andreas Göbel, rbbKultur

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