Ben Brooks: Stories for boys who dare to be different © Loewe Verlag
Bild: Loewe Verlag

Kinderbuch - Ben Brooks: "Stories for boys who dare to be different"

Bewertung:

Im letzten Jahr erschienen mit dem Bestseller "Good Night Stories For Rebel Girls" 100 Geschichten über beeindruckende Frauen, die die Welt bewegt haben. Jetzt gibt es eine solche Geschichtensammlung auch für Jungen. Sie heißt "Stories for Boys Who Dare to be Different - Vom Mut, anders zu sein."

Der britische Autor Ben Brooks hat darin ebenfalls 100 sehr berühmte und ganz unbekannte Männer porträtiert, die Erstaunliches erreicht haben und dabei gegen Widerstände ankämpfen mussten. Darunter sind Künstler, Wissenschaftler, Umweltschützer, Philosophen, Fußballer, Politiker, Entdecker und Erfinder aus der ganzen Welt und aus allen Epochen, die sich gegen Widerstände durchsetzen mussten, um ihre Ideen zu verwirklichen, weil sie aus schwierigen sozialen Verhältnissen kamen oder wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert wurden.

Inspiriert vom Bestseller "Good Night Stories for Rebel Girls"

Vorbild für Ben Brooks Buch ist der Bestseller "Good Night Stories for Rebel Girls", der im letzten Jahr erschienen ist. Darin werden die Geschichten von 100 Frauen erzählt, die die Welt bewegt haben, als Forscherinnen, Herrscherinnen oder Künstlerinnen wie die Widerstandskämpferinnen Rosa Parks und Sophie Scholl, die Schriftstellerin Astrid Lindgren, die Malerin Frida Kahlo oder Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihr Vorbild soll Mädchen Mut machen, an ihre Träume zu glauben. Und ihnen zeigen, dass sie alles erreichen können, was sie wollen.

Vorbilder, die nicht dem gängigen Bild von Männlichkeit entsprechen

Ben Brooks fand, dass auch Jungen Vorbilder brauchen. Und zwar neue Vorbilder, denn alte Rollenmodelle und Stereotype wie der Ritter, der gegen Drachen kämpft, sind seiner Meinung nach schon lange nicht mehr zeitgemäß.

Anders als  Mädchen hören Jungen zwar selten, dass sie irgendetwas nicht schaffen können, so Ben Brooks, aber es werden oft Erwartungen an sie gestellt werden, wie sie zu sein haben. Und dazu gehört immer noch, dass Jungen ihre Gefühle nicht zeigen sollen, weil das angeblich unmännlich ist.

100 Persönlichkeiten von Beethoven bis Obama

Er hat deswegen für sein Buch bewusst nach Persönlichkeiten gesucht, die nicht dem gängigen Bild von Männlichkeit entsprechen, sondern sensibel und einfühlsam sind, um vor allem schüchternen, introvertierten Jungen zu zeigen, dass man als Mann kein Draufgänger sein muss. Darunter Berühmtheiten wie  Beethoven und Barack Obama.  Aber auch unbekannte Menschen wie Christian McPhilamy, der mit sechs Jahren beschlossen hat, sich seine Haare wachsen zu lassen, um daraus Perücken für krebskranke Kinder zu machen.

Zu jeder Biografie gibt es eine farbige Illustration des britischen Künstler Quinton Winter. Zum Beispiel Barack Obama, der mit Familie und Hund lachend durch den Garten des Weißen Hauses rennt. Das sieht sehr fröhlich aus und spricht schon kleinere Kinder an. Die Geschichten sind spannend erzählt, in einer einfachen Sprache mit kurzen Sätzen und eignen sich zum Vorlesen genauso wie zum Selberlesen für Kinder ab der Grundschule.

Sarah Hartl, kulturradio

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