Katja Reider: "Cool in 10 Tagen" © Rowohlt Rotfuchs
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ab 10 Jahren - Katja Reider: "Cool in 10 Tagen"

Bewertung:

Gibt’s ein Patentrezept für Coolness?

Das wollen Juli und August herausfinden. Denn besonders cool finden sie sich beide nicht. Gerade erst ist August neu ins Haus gezogen, schon wollen die Eltern, dass Juli ihm hier und in der Umgebung alles zeigt. Freundschaft auf Befehl?! Das hat ihr gerade noch gefehlt – sie ist doch selbst eine einzige "Großbaustelle", wie sie sagt. Aber August wirkt ja ganz nett, also ist sie auch nett und startet mit der Wohnung, in der sie mit ihrer Mutter lebt. Da fällt den Kindern eine von Mamas Ratgeber-Broschüren in die Hände: "Cool in 10 Tagen! So werden Sie im Job souverän und sicher!" steht dort. Als Life-Coach gibt Mama dauernd Ratschläge, leider auch ungefragt zu Hause. Das ist manchmal schwierig für Juli. Aber diese Broschüre scheint ganz einfache Tipps parat zu haben. Sollen Juli und August sie in ihrem Alltag mal ausprobieren?

Die Chance liegt im Neuen!

Autorin Katja Reider legt die Geschichte klug an: Ihre kindlichen Helden kennen sich noch nicht und gehen ohne Vorbehalte aufeinander zu. Sie sind beide weder besonders schlagfertig, noch total schüchtern, weder Alphatier noch Außenseiter. Dennoch gehen sie mit ihren Bedürfnissen manchmal unter. Und das werden sicher viele junge Leser kennen – sie wollen sich zugehörig fühlen und wahrgenommen werden, sowohl von Gleichaltrigen, als auch von den Eltern. So keck, klug und auch komisch Ich-Erzählerin Juli berichtet, so lässig sie und August schon im kongenialen Strich von Illustratorin Anke Kuhl auf dem Buchcover zu sehen sind – stressigen unerwarteten Situationen sind sie noch nicht gewachsen.

Zehn-Punkte-Plan mit Erfolgsgarantie?

Neugierig blättern sie durch die Broschüre und beschließen, zehn Tage Coolness zu wagen. Manche Trockenübung bedeutet Überwindung – dem Gegenüber beim Sprechen in die Augen schauen, mal unerwartete Komplimente machen, sich nicht immer in die letzte Reihe verdrücken, sondern sich vorne in die Mitte setzen –, hält aber auch den Aha-Effekt bereit. Im Tun erfahren Juli und August, dass Veränderungen sich selten von selbst ergeben, sondern dass man etwas dafür tun und anders handeln muss als bisher. Und ganz nebenbei erleben sie aufregende, lustige und mitunter absurde Situationen, die sie tatsächlich fester zusammenschmieden. Doch Freunde? Sieht gut aus. Die Weichen sind gestellt.

Sonja Kessen, rbbKultur

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