Katherine Applegate, Endling. Die Suche beginnt © dtv
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Ab 11 Jahre - Katherine Applegate: "Endling. Die Suche beginnt"

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Die amerikanische Jugendbuchautorin Katherine Applegate schreibt ihre Romane oft aus der Perspektive nicht-menschlicher Erzähler wie einem Gorilla in "Der unvergleichliche Ivan" oder einer alten Eiche in "Baum der Wünsche". Ihr neuester Roman "Endling" ist der Auftakt zu einer Fantasytrilogie über die Bedrohung der Arten. Erzählt aus Sicht eines vom Aussterben bedrohten Wesens.

Byx ist eine Dalkin. Diese hundeähnlichen Wesen gehörten mal zu den sechs großen Arten im fiktiven Königreich Nedarra. Doch inzwischen gibt es nur noch wenige von ihnen. Sie haben ein weiches, seidiges Fell, Schlappohren und eine lange Schnauze. Im Gegensatz zu Hunden können sie aufrecht gehen, haben einen zum Greifen ausgebildeten Daumen und sie können mit Menschen sprechen. Außerdem haben sie eine besondere Gabe: Sie können jede Lüge sofort erkennen.

Tyrannischer König will alle Arten ausrotten

Byx ist die jüngste ihres Rudels, das nur noch aus vier Familien besteht. Der tyrannische Murdano herrscht über das Königreich, ein Mensch, der nach und nach alle anderen großen Arten ausrotten will. Aus Angst vor Murdanos Soldaten und vor Wilderern, die es auf das kostbare Fell der Dalkins abgesehen haben, verstecken sich die Dalkins tagsüber und wagen sich nur nachts ins Freie. Weil es in ihrem Lebensraum zu gefährlich geworden ist, beschließt das Dalkinrudel in den Norden aufzubrechen. Dort soll es noch mehr von ihnen geben. Doch ob das nur ein Gerücht ist oder wirklich wahr, weiß niemand.

Die Letzte ihrer Art

Aus der Perspektive von Byx erzählt Katherine Applegate eine spannende Geschichte, die klar macht, was Artensterben bedeutet. Dabei sind ihre Leser*innen ganz nah an den Gedanken und Gefühlen ihrer Protagonstin dran:

"Wir wollten nicht glauben, dass unsere Tage gezählt waren. Wir wussten nur: Früher hatte es viele von uns gegeben und jetzt waren wir nur noch wenige.

Meine Eltern befürchteten, ich würde als Erste umkommen, sobald wir in Schwierigkeiten gerieten, und Schwierigkeiten würden nicht lange auf sich warten lassen, das ahnten sie. Ich war klein. Und manchmal eine Enttäuschung.

Aber ich wusste, dass ich auch mutig sein konnte. Ich hatte keine Angst davor, als Erste zu sterben. Ich wollte nur nicht die Letzte sein, die überlebte.

Ich wollte nicht der Endling sein."

Doch Byx größte Angst wird wahr. Als sie eines Tages alleine unterwegs ist, wird der Bau ihrer Familie von Murdanos Soldaten entdeckt und das gesamte Rudel getötet. Ob die Protagonistin nun wirklich ein sogenannter „Endling“ ist, bleibt bis zum Ende offen, aber ihre Angst davor wird im Buch immer wieder thematisiert. Sie stellt sich die Frage, warum ausgerechnet sie, die kleinste und schwächste im Rudel, die sich immer ein bisschen unwichtig gefühlt hat, als einzige übrig geblieben ist.

Spannendes Abenteuer über die Bedrohung der Artenvielfalt

Katherine Applegate erzählt ein spannendes Abenteuer und verwebt die Handlung dabei mit Themen, die auch in der Realität wichtig sind: Freundschaft, die Gefahr durch despotische Alleinherrscher, die Bedrohung der Artenvielfalt. Das ist stellenweise ein bisschen düster und blutrünstig, aber hat auch schöne und sehr lustige Aspekte. Denn die Protagonistin findet auf der Suche nach ihren Artgenossen Freunde.

Ein Menschenmädchen, das ein Geheimnis hat, einen Dieb mit Ehre, eine riesige Raubkatze und den Wobbyk Tobble. Dieses lustige kleine Tier mit Fuchsgesicht, riesigen Ohren und drei Schwänzen ist meine Lieblingsnebenfigur. Nachdem Byx ihm das Leben rettet, will sich der tollpatschige Kerl unbedingt revanchieren. Denn erst wenn ein Wobby besonderen Mut bewiesen hat, werden seine drei Schwänze zu einem geflochten.

Ihre Gabe macht sie gefährlich für Despoten

Durch ihre unterschiedlichen Stärken und Schwächen können sich die Freunde immer wieder gegenseitig aus gefährlichen Situationen befreien. Sie erleben Intrigen, werden verraten, gefangen genommen, können Murdano und seinen Soldaten aber immer wieder entkommen. Und sie finden heraus, warum es den Dalkins wirklich an den Kragen bzw. Pelz geht. Ihre Gabe, Lügner zu erkennen, macht sie nämlich sehr gefährlich für den despotischen Machthaber.

Katherine Applegate hat eine faszinierende Welt und sehr liebenswerte Figuren erfunden. Allen voran Wobbyk Tobble und das Dalkin-Mädchen Byx, das mir mit seiner nachdenklichen Art schnell ans Herz gewachsen. Ein gelungener Auftakt, der neugierig auf die Fortsetzung der Trilogie macht.

Sarah Hartl, rbbKultur

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