Kirsten Boie: Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte © Oetinger
Oetinger
Bild: Oetinger Download (mp3, 4 MB)

Ab 6 Jahren - Kirsten Boie: "Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte"

Bewertung:
Eine gute Geschichte, stellt der weise Uhu gleich auf der ersten Seite von Kirsten Boies neuem Kinderbuch klar, muss spannend sein und lustig und manchmal auch ein bisschen traurig, und am Ende müssen alle wieder fröhlich sein. Und genauso ist es auch in dieser Geschichte vom jungen Fuchs, der bei einem Waldbrand seine Familie verliert.

Die anderen Tiere finden das Fuchsjunge nach dem großen Feuer unter einem Heckenrosenstrauch auf der Wiese am Waldrand. Mama Reh nimmt ihn bei sich auf, auch wenn die anderen Waldtiere sie davor warnen. Denn ein Fuchs bleibt immer ein Fuchs, sagen sie, auch wenn er ein junger Fuchs ist. Und Füchse waren noch nie die besten Freunde der Rehe.

Ein Fuchs bleibt immer ein Fuchs

Aber der Rehmutter ist klar, dass dieser Fuchs, dessen Fell noch ganz grau ist, ihre Hilfe braucht. Und er gibt auch wirklich sein Bestes, um ein gutes Reh zu werden. Doch dann verschwindet plötzlich eine kleine Maus und die Waldtiere glauben, der junge Fuchs stecke dahinter. Die Rehmutter ist hin und hergerissen, schickt ihn aber schließlich schweren Herzens weg.

Eine warmherzige Geschichte aus Sicht der Tiere erzählt

Kirsten Boie schreibt aus der Perspektive der Tiere und erfindet dafür neue Begriffe, bei denen ihre Leserinnen und Leser manchmal kurz überlegen müssen, was damit eigentlich gemeint ist. Zum Beispiel das "Schwarze Band", auf dem die gefährlichen "Rundfüßler" unterwegs sind. Menschen kommen nur am Rande vor. Trotzdem schreibt Kirsten Boie in dieser Tiergeschichte über Themen, die genauso gut in die Welt der Menschen passen. Es geht um Vorurteile, um Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit, denn nichts anderes ist es, wenn alle mit der Pfote auf den kleinen Fuchs zeigen, sobald irgendetwas Schlimmes passiert. Und es geht um Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Mut, den der Fuchs beweist, um am Ende nicht nur seine Unschuld zu beweisen sondern auch das Rehkind aus einer misslichen Lage zu befreien.

Gutenachtgeschichte für die ganze Familie

Kirsten Boie hat eine spannende, kluge, witzige und warmherzige Geschichte geschrieben, die sich besonders gut fürs Vorlesen oder Selberlesen vorm Schlafengehen eignet und durch wunderschöne Bilder der Illustratorin Barbara Scholz ergänzt wird.

Sarah Hartl, rbbKultur

Weitere Rezensionen

Morton Rhue: Die Welle; Montage: rbbKultur
Ravensburger

Ab 14 Jahren - Morton Rhue: "Die Welle"

Der Jugendbuchklassiker "Die Welle" von Todd Strasser alias Morton Rhue steht seit Jahrzehnten auf dem Lehrplan und ist immer wieder Vorlage für Filme, Serien und Theaterstücke wie jetzt im Berliner Grips Theater. In dem Roman von 1984 geht es um einen High-School-Lehrer, der seinen Schülern anhand eines Experiments die Entstehung des Nationalsozialismus begreiflich machen will.

Bewertung:
Frida Nilsson: Sasja und das Reich jenseits des Meeres; Montage: rbb
Gerstenberg Verlag

Ab 11 Jahren - Frida Nilsson: "Sasja und das Reich jenseits des Meeres"

Für ihren Roman "Sasja und das Reich jenseits des Meeres" wird die schwedische Schriftstellerin Frida Nilsson mit dem Luchs-Kinderbuchpreis 2019 ausgezeichnet. Sie erzählt darin die Geschichte des Jungen Sasja, der den Tod überlisten und seine Mutter aus dem Totenreich zurückholen will.

Bewertung:
Stefanie Taschinski: "Familie Flickenteppich. Wir ziehen ein" © Oetinger Verlag
© Oetinger Verlag

Ab 8 Jahren - Stefanie Taschinski: "Familie Flickenteppich"

Ein Umzug ist immer eine aufregende Sache – vor allem, wenn er ein Neustart sein soll, wie in Emmas Familie. Denn Emma zieht mit ihrem Vater, dem älteren Bruder Ben und der kleinen Jojo ohne die Mutter in eine andere, kleinere Wohnung. Die Mutter startet lieber in Australien alleine durch.

Bewertung: