„Leonardos Flugmaschinen. Das Vermächtnis des Meisters“ von Stephan Martin Meyer
Gerstenberg Verlag
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Ab 8 Jahren - Stephan Martin Meyer: "Leonardos Flugmaschinen"

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Einmal wie ein Vogel fliegen können – welches Kind träumt nicht davon? Dass dieser Traum schon vor 500 Jahren geträumt wurde, zeigt dieses großformatige Buch eindrucksvoll.

Anselmo ist erst 14 Jahre alt, als er seine Familie durch die Pest verliert und seine Heimatstadt Perugia verlassen muss. Sein Onkel, Bruder Giovanni, bietet ihm Zuflucht im Kapuziner-Konvent in Assisi. Plötzlich verkehrt sich Anselmos Leben, der als Arztsohn Wohlstand gewöhnt war, ins Gegenteil. Bescheiden, ja, ärmlich leben die Brüder miteinander. Umso größer ist die Überraschung, als der Onkel seinem Neffen das Vermächtnis zeigt, dass Leonardo da Vinci ihm kurz vor seinem Tod übergeben hat: originale Skizzen und Zeichnungen des Meisters. Anselmo ist begeistert und steckt damit auch seinen Onkel an. Luftschrauben, Hanggleiter, Flügel, gelenkig wie die der Vögel, – diese Flugmaschinen müssen sie unbedingt nachbauen und ausprobieren!

Wunsch nach Erkenntnis, Wissen und Fortschritt

Autor Stephan Martin Meyer und Illustrator Thorwald Spangenberg gelingt mit diesem erzählenden Sachbuch für Kinder eine ausgewogene Mischung aus spannender fiktiver Handlung und Informationen rund um das Universalgenie Leonardo da Vinci und seine Epoche. Die Handlung spielt kurz nach da Vincis Tod, so dass die Leser unmittelbar erleben, welche Anschauungen die Renaissance geprägt haben. Der Mensch will fliegen können? Ketzerei! In diesen Verdacht bringen sich auch Bruder Giovanni und Anselmo.

Dass man mit dem Wunsch nach Erkenntnis, Wissen und Fortschritt Gottes Willen missachten könnte, dürfte Kindern heute fremd sein. Auch wenn viele von ihnen sicher schon einmal mit dem Flugzeug geflogen sind, bleibt es faszinierend, alleine wie ein Vogel fliegen zu können. Anselmo scheitert im wahrsten Sinne des Wortes krachend mit seinen Flugversuchen.

Auch da Vinci konnte seine Ideen nicht umsetzen. Das werden Kinder sympathisch finden und gleichzeitig beeindruckt davon sein, dass er bis zuletzt ein genauer Erforscher der Natur und ihrer physikalischen Gesetze geblieben ist, der Impulse in die Zukunft geben konnte.

Reizvoll sind die einfachen Skizzen, die da Vincis Rötelzeichnungen nachempfunden sind. Toskanische Landschaften, bewegte Spielszenen sowie Bildzitate wichtiger Gemälde da Vincis, wie Selbstbildnis und Abendmahl, bringen Zeit und Meister ganz nah.

Sonja Kessen, rbbKultur

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