Axel Scheffler und Julia Donaldson: Die Schnetts und die Schmoos; Montage: rbbKultur
Beltz & Gelberg
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Ab 4 Jahren - Axel Scheffler und Julia Donaldson: "Die Schnetts und die Schmoos"

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Die Schöpfer des berühmten Grüffelos erzählen in ihrem neuen Bilderbuch die Geschichte von zwei verfeindeten Familien und von Grete und Bernd, die sich trotz der Vorurteile ihrer Familien ineinander verlieben.

Die Schnetts und die Schmoos leben auf dem Stern Sehrsehrfern. Grete, die Tochter der Schnetts, ist rot wie alle in ihrer Familie. Bernd hat den Känguruschwanz und die blaue Haut der Schmoos. Ginge es nach ihren Großeltern, dann würden die zwei nie miteinander spielen. Denn die Schnetts und die Schmoos sind sich seit Ewigkeiten spinnefeind.

"Spiel nie, wirklich nie mit den scheußlichen Schnetts"

Warum das so ist, darauf haben die Erwachsenen keine vernünftige Antwort. Mehr als Vorurteile gegenüber der anderen Familie stecken nicht hinter ihrer Abneigung und die beruht zum großen Teil auf dem unterschiedlichen Äußeren der anderen Familie.

In der deutschen Fassung warnt Großvater Schnett in Reimform: "Grete, ich sagte dir doch, einen Schmoo, mögen wir Schnetts nun mal leider nicht so. Spiel also nie, nirgendwann, nirgendwo mit einem abscheulichen bläulichen Schmoo!" Und Großmutter Schmoo rät ihrem Enkel Bernd: "Spiel nie, wirklich nie mit den scheußlichen Schnetts. Wir hassen ihr Haar und ihr dummes Geschwätz."

Romeo und Julia ohne tragisches Ende

Grete und Bernd lernen sich aber trotzdem kennen und verlieben sich ineinander. Was den Erwachsenen natürlich gar nicht passt. Doch Grete und Bernd lassen sich ihre Liebe nicht verbieten. Sie steigen in die Rakete von Großvater Schnett und hauen zusammen ab. Und als die beiden plötzlich weg sind, sind ihre Familien ziemlich ratlos. Erstmal machen sie sich noch gegenseitig Vorwürfe, aber dann gehen sie gemeinsam auf die Suche und dabei merken die Schnetts und die Schmoos, dass sie sich doch nicht so fremd sind wie sie immer dachten und die andere Familie manchmal sogar richtig nett sein kann.

Die Hautfarbe spielt keine Rolle mehr

Als sie Grete und Bernd schließlich finden, sind die beiden nicht mehr nur zu zweit. Sie haben ein Baby bekommen. Und das ist nicht blau und auch nicht rot, sondern lila. Aber das ist vollkommen egal! Denn inzwischen spielt die Hautfarbe keine Rolle mehr – weder für die Schnetts noch für die Schmoos.

Unverwechselbare Illustrationen von Axel Scheffler

Axel Scheffler und Julia Donaldson schreiben und illustrieren inzwischen seit über 20 Jahren zusammen – und ergänzen sich hervorragend. Axel Scheffler hat in einem Interview gesagt, er habe keine eigenen Ideen für Geschichten, aber Julia Donaldson schaffe es immer wieder, ihn zu inspirieren, weil ihre Geschichten witzig sind und immer ein anderes Thema behandeln, so dass er nicht immer das Gleiche zeichnen muss.

Im Gegenzug liefert Scheffler seine unverwechselbaren Illustrationen, die man an den satten Farben erkennt und an den Figuren mit ihren kugelrunden Augen, durch die selbst gruselige Wesen total harmlos, ein bisschen trottelig und sehr süß aussehen. Diesmal sind seine Bilder besonders bunt und verrückt wie es sich für eine außerirdische Welt gehört. Es gibt blaue Bäume, grüne Eichhörnchen mit Rüsseln, Raupen mit gelbem Fell, und auf einem Bild versteckt sich hinter einem lila Kaktus sogar eine Figur, die dem Grüffelo sehr ähnelt.

Axel Schefflers Bilder und Julia Donaldsons Geschichte, die von Salah Naoura gekonnt ins Deutsche übertragen wurde, und die Botschaft, machen "Die Schnetts und die Schmoos" zu einem wirklich tollen Bilderbuch, das die Autoren mit Blick auf den Brexit allen Kindern in Europa gewidmet haben.

Sarah Hartl, rbbKultur

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