Holly Goldberg Sloan & Meg Wolitzer: An Nachteule von Sternhai; Montage: rbbKultur
Hanser Verlag
Bild: Hanser Verlag Download (mp3, 4 MB)

Ab 10 Jahren - Holly Goldberg Sloan & Meg Wolitzer: "An Nachteule von Sternhai"

Bewertung:

"Du kennst mich nicht, aber ich schreibe dir trotzdem." – So beginnt die Geschichte der 12-jährigen Mädchen Bett und Avery, die die beiden amerikanischen Bestsellerautorinnen Holly Goldberg Sloan und Meg Wolitzer in Form von E-Mails erzählen.

Bett und Avery leben fast 4.000 Kilometer voneinander entfernt. Die eine in New York, die andere in Venice, Kalifornien. Und sie hätten sich vermutlich auch nie kennengelernt, wenn ihre alleinerziehenden, schwulen Väter sich nicht auf einer Dienstreise ineinander verliebt hätten. Nun wollen sie, dass sich ihre Töchter kennenlernen und Freundinnen werden und den Sommer zu diesem Zweck gemeinsam im Feriencamp verbringen.

Mädchen verbünden sich gegen die Väter

Bett und Avery sind die absoluten Gegensätze. Bett liebt Tiere, Sport und Abenteuer. Avery ist nachdenklich, liest am liebsten die ganze Nacht und hat Angst vor Tieren und allerlei anderen Dingen. In einem sind sich die beiden aber einig. Auf gar keinen Fall wollen sie sich kennenlernen. Sie wollen ihre Väter für sich alleine behalten und beschließen, sich ab sofort regelmäßig per E-Mail auf dem Laufenden zu halten, um die Pläne der Väter zu durchkreuzen.

Nach und nach entwickelt sich ihre Freundschaft

Bald geht es in ihren E-Mails aber nicht mehr nur um die Väter. Sie fangen an, der anderen Fragen zu stellen, erzählen sich immer mehr von ihrem Leben, auch die größten Geheimnisse, und nach und nach entwickelt sich zwischen ihnen eben doch eine immer stärker werdende Freundschaft. Als sie aber anfangen, die Hochzeit ihrer Väter zu planen, machen die ihnen einen Strich durch die Rechnung.

E-Mails bringen Tempo in die Geschichte

Die beiden Autorinnen Holly Goldberg Sloan und Meg Wolitzer sind genau wie Bett und Avery Freundinnen, die über 4.000 Kilometer voneinander entfernt leben. Eine in Kalifornien und eine in New York. Das hat das gemeinsame Schreiben natürlich ein bisschen kompliziert gemacht, aber es hat sie auch auf die Idee gebracht, ihr gemeinsames Buch als E-Mail-Roman zu schreiben. Und das war eine ziemlich gute Idee! Denn es bringt Tempo in die Geschichte.

Gleich die erste Mail mit dem Betreff "du kennst mich nicht", macht neugierig auf die Geschichte, die durch viele unerwartete Wendungen bis zum Schluss spannend bleibt. Und weil man immer denkt, die nächste E-Mail lese ich noch schnell, fällt es sehr schwer, das Buch zwischendurch mal aus der Hand zu legen.

Sarah Hartl, rbbKultur

Weitere Rezensionen

Line Hoven, Jochen Schmidt: Paargespräche © C.H. Beck, 2020
C.H. Beck, 2020

Roman - Line Hoven und Jochen Schmidt: "Paargespräche"

In "Paargespräche" geht es um den ganz normalen Wahnsinn in Beziehungen - in Wort und im Bild. Der Schriftsteller Jochen Schmidt und die Illustratorin Line Hoven haben sich nun berühmte Paare vorgeknöpft und sich überlegt, wie das bei ihnen wohl klang, wenn der Haussegen schief hing.

Bewertung:
Susanne Kerckhoff: Berliner Briefe © Verlag Das Kulturelle Gedächtnis
Verlag Das Kulturelle Gedächtnis

Zum (Wieder-)Lesen empfohlen - Susanne Kerckhoff: "Berliner Briefe"

1948 erschien Susanne Kerckhoffs halbfiktiver Briefroman "Berliner Briefe". In dreizehn Briefen richtet sich eine Helene, die im zerstörten Berlin lebt, nach Kriegsende an ihren nach Paris emigrierten jüdischen Jugendfreund Hans. Die "Berliner Briefe" sind in diesem Jahr neu erschienen.
Bewertung:
Khaled Khalifa: Keine Messer in den Küchen dieser Stadt; Montage: rbbKultur
Rowohlt

Roman - Khaled Khalifa: "Keine Messer in den Küchen dieser Stadt"

Viele syrische Oppositionelle haben ihrer Heimat und dem Regime des Assad-Clans den Rücken gekehrt, und das nicht erst seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs. Nicht so der Schriftsteller Khaled Khalifa, der nach wie vor in Damaskus lebt und das Geschehen in seinem Heimatland kritisch begleitet und kommentiert.