Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone – Goldener Zorn; Montage: rbb
Bild: S. Fischer

Ab 14 Jahren - Tomi Adeyemi: "Children of Blood and Bone"

Die amerikanische Autorin Tomi Adeyemi war gerade mal 24 Jahre alt, als sie im Frühjahr mit ihrem Debüt "Children of Blood and Bone" auf Anhieb auf Platz 1 der Jugendbuch-Bestsellerliste der New York Times gelandet ist. Gerade schreibt sie am zweiten Teil der Trilogie.

Tomi Adeyemis Geschichte spielt im fiktiven Königreich Orisha, zehn Jahre nach der sogenannten Blutnacht, in der auf Befehl von König Saran fast alle Maji, eine Bevölkerungsgruppe mit magischen Kräften, ermordet wurden. Auch die Mutter von Zélie, der 17-jährigen Heldin des Romans, starb in dieser Nacht.

Seit der Blutnacht ist die Magie aus Orisha verschwunden. Die Nachkommen der Maji, die noch zu jung waren, um magische Kräfte zu entwickeln, haben zwar überlebt, werden aber als Maden beschimpft und wegen ihrer dunklen Hautfarbe unterdrückt.

Als Zélie durch Zufall auf die Königstochter Amari trifft, brechen die beiden Mädchen zu einer gefährlichen Reise auf. Denn bei der Flucht vor ihrem despotischen Vater hat Amari eine magische Schriftrolle gestohlen, mit deren Hilfe die Magie nach Orisha zurückkehren könnte.

Inspiriert von der westafrikanischen Mythologie

Tomi Adeyemi wurde 1993 als Tochter nigerianischer Eltern in den USA geboren. Ihre afrikanischen Wurzeln haben sie zu ihrem Fantasy-Debüt inspiriert. Das Königreich Orisha, in dem die Geschichte spielt, hat seinen Namen von den Göttern der Yoruba-Religion. Die Fabelwesen, die sie sich ausgedacht hat, erinnern an afrikanische Raubtiere.

Black Panther mit einer Prise Magie

Tomi Adeyemi hat mit ihrer Geschichte einen Nerv getroffen. Sie verbindet Fantasy mit einer politischen Botschaft. Sie selbst beschreibt ihren Roman als "Black Panther mit einer Prise Magie". Die Welt, die sie in "Children of Blood and Bone" geschaffen hat, ist eine, in der es mit einer Ausnahme ausschließlich dunkelhäutige Figuren gibt. Das passt gut in die Zeit der "Black lives matter"-Bewegung in den USA. Tomi Adeyemi schreibt in ihrem Nachwort, dass sie bei der Arbeit an dem Buch immer wieder in den Nachrichten von Polizeigewalt gegenüber schwarzen Jugendlichen gehört hat. Das Buch war für sie ein Weg, gegen ihre eigene Hilflosigkeit angesichts solcher Nachrichten anzuschreiben.

Vielschichtige Charaktere, starke Frauenfiguren

"Children of Blood and Bone" hat alles was ein guter Fantasy-Roman braucht: den klassischen Kampf "Gut gegen Böse", interessante, vielschichtige Charaktere und eine weibliche Heldin, mit der Tomi Adeyemi sowohl schwarzen als auch weißen Teenagern eine starke, weibliche Identifikationsfigur bietet. Ein gelungenes Debüt.

Sarah Hartl, kulturradio