Cornelia Funke: Drachenreiter 3. Der Fluch der Aurelia; © Dressler
Dressler
Bild: Dressler Download (mp3, 7 MB)

3. Teil der Fantasyreihe | ab 10 Jahren - Cornelia Funke: "Drachenreiter. Der Fluch der Aurelia"

Bewertung:

Fast 25 Jahre nach Erscheinen ihres bisher erfolgreichsten Fantasyromans "Drachenreiter" und fünf Jahre nach der Fortsetzung "Die Feder eines Greifs" ist ein dritter Teil von Cornelia Funkes Drachenreiter-Reihe erschienen. "Der Fluch der Aurelia" handelt von der Zerstörung der Fabelwelt durch den Menschen – mit Parallelen zur bedrohten Artenvielfalt in unserer realen Welt.

Am Saum des Himmels, dem Zufluchtsort der Drachen im Himalaya, gibt es Nachwuchs. Dreizehn kleine Drachen tollen wie Hundewelpen durch die Höhle. Doch die Idylle ist in Gefahr. Barnabas Wiesengrund, der Vater von Drachenreiter Ben, hat eine Entdeckung gemacht, die für die Welt der Fabelwesen entweder neues Leben oder große Gefahr bedeutet.

Schwärme von Seevögeln kündigen ein riesiges Fabelwesen an, das in Zeiten der Not aus den Tiefen des Ozeans emporsteigt. Es bringt vier kostbare Samenkapseln mit, die der Fabelwelt Heilung und neues Leben versprechen. Doch die Aurelia, wie die Riesenqualle heißt, ist sehr empfindlich. Fühlt sie sich bedroht, verschwinden sämtliche Fabelwesen für alle Zeiten von der Erde. Für die Trolle, Kobolde, Feen, Elfen und auch die neugeborenen Drachen wäre das das Ende.

Ein Mensch gefährdet die Fabelwelt

Während die Gefahr in den beiden ersten Romanen der Reihe von gefährlichen Fabelwesen ausging, ist es diesmal ein Mensch, der dem Drachenreiter und seinen Freunden Sorge bereitet. Denn nicht nur sie wissen von der Ankunft der Aurelia, sondern auch Cadoc Aalstrom, seit Schulzeiten ein Feind von Bens Vater, der schon viele Fabelwesen auf dem Gewissen hat, sie gefangen oder sogar getötet hat, um ihre Magie für sich zu nutzen.

Barnabas Wiesengrund fühlt sich dafür mitverantwortlich, denn ohne es zu wollen, hat er dem Bösewicht die Geheimnisse der Fabelwesen verraten.

Parallelen zur bedrohten Artenvielfalt

Cornelia Funke hat für ihr neues "Drachenreiter"-Abenteuer so viele fabelhafte Wesen erfunden, dass sie ein neunseitiges Glossar braucht, um sie alle und ihre Fähigkeiten am Ende des Romans aufzuzählen. Dabei drängen sich die Parallelen zur bedrohten Artenvielfalt in der realen Welt natürlich auf. Ohne missionarisch zu werden, vermittelt die Autorin, wie wichtig der Schutz dieser Artenvielfalt ist und wieviel trauriger eine Welt ohne sie wäre.

"Ich beneide euch Menschen wirklich nicht darum, in so einer langweiligen Welt zu bleiben", sagt Tagtroll Hothbrodd angesichts des drohenden Verschwindens der Fabelwesen.

Neben Trollen, Drachen und Kobolden, die Cornelia Funkes Leser:innen schon aus den ersten Teilen der Reihe kennen, spielen diesmal die Bewohner des Meeres die wichtigste Rolle. In den Tiefen des Ozeans versuchen Meermenschen, Fische und verwandelte Robben gemeinsam die Aurelia zu beschützen. Denn das ist die zweite Botschaft ihres Romans: Ein so wichtiges Ziel wie der Schutz der Arten, kann am besten von vielen gemeinsam erreicht werden.

Ob das gelingt, bleibt auch durch einen ständigen Wechsel der Erzählperspektive bis zuletzt spannend.

Sarah Hartl, rbbKultur

Mehr