Kyrie McCauley: You are (not) safe here; Montage: rbbKultur
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Ab 14 Jahren - Kyrie McCauley: "You are (not) safe here"

Bewertung:

Auf den ersten Blick sind sie eine ganz normale Familie. Zusammen mit ihren Eltern und zwei jüngeren Schwestern lebt die 17-jährige Leighton in einer amerikanischen Kleinstadt. Doch der Vater, ein erfolgloser Bauunternehmer, rastet immer wieder beim geringsten Anlass aus und tyrannisiert seine Familie.

Das Thema häusliche Gewalt wird in diesem Debütroman aus der Perspektive der ältesten Tochter erzählt. Die Angst vor dem Vater und der Frust über die Mutter, die ihm immer wieder verzeiht, beherrschen den Alltag der Familie.

Kein sicherer Ort

Eigentlich sollte das Zuhause der sicherste Ort für Kinder sein. Hier ist es der gefährlichste Ort. Und gleichzeitig sorgt die Protagonistin dafür, dass ihre jüngeren Schwestern zu Hause sicher sind. Wenn der Vater – meistens nachts – wieder anfängt zu wüten, schließt sie sich mit ihnen im Wandschrank ein und lenkt sie von ihrer Angst ab. Solange sie da ist, glaubt sie, kann den Schwestern nichts passieren. Das stürzt sie in immer größere Konflikte. Leighton ist im letzten Schuljahr und würde gerne studieren, aber will ihre Schwestern nicht im Stich lassen.

Kyrie McCauley; © Brittany Frisch/dtv
Kyrie McCauley | Bild: Brittany Frisch/dtv

Ständige Angst

Kyrie McCauley beschreibt keine körperliche Gewalt, ob sie stattfindet bleibt lange Zeit offen. Umso eindrücklicher schreibt sie über die ständige Angst davor, was passieren könnte. Und das tut sie so fesselnd, dass man das Buch trotz des schrecklichen Themas kaum aus der Hand legen kann. Einzig die magischen Elemente, das Haus repariert sich nach den nächtlichen Wutanfällen des Vaters selbst, fand ich überflüssig. Trotzdem eine klare Empfehlung!

Sarah Hartl, rbbKultur