Parole Teetee © Tulipan Verlag
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Kinderkrimi - Antje Herden: "Parole Teetee"

Bewertung:

Parole Teetee? Erinnert doch an Parole Emil! Und richtig: Knapp 100 Jahre nach "Emil und die Detektive" verzaubert dieser Kinderkrimi mit Spannung und tollen Figuren.

Lene, Cosmo, Stulle, Bene und noch andere Kinder aus der 4a wundern sich: Wo ist Dame Teetee abgeblieben? Teetee, die gute Seele ihres Stadtviertels, die stets mit hohem Turban und magischer Tasche unterwegs ist, scheint verschwunden! Im kleinen Laden von Herrn Mansur richten die Kinder ihre Kommandozentrale ein. Hier rätseln sie gut versorgt mit Tee, Keksen und Pistazien, was hinter dem geheimnisvollen Verschwinden stecken könnte und kommen einem perfiden Plan auf die Schliche. Ob sie Teetee retten können?

Moderner Detektivroman auf klassischen Pfaden

Autorin Antje Herden wandelt mit ihrem Detektivroman auf moderne Weise auf klassischen Pfaden. Erich Kästners "Emil" ist heute noch Grundschullektüre – "Parole Teetee" greift vieles auf und verweist auch direkt auf den berühmten Vorgänger. Der humorvolle Ton, der genaue Blick in das heterogene Milieu des Viertels, die unterschiedlichen Charaktere einer großen Kindergruppe, die im Laufe des Abenteuers zu Freunden zusammengeschmiedet werden – das verwebt Herden im Hier und Heute zu einer spannenden Geschichte.

Warmherzig, weise und genau erzählt

War bei Kästner das Telefon der neuste Schrei, verleiht Herden dem Smartphone erzählerische Funktion. Hier wird nicht gedaddelt, sondern telefoniert, fotografiert, archiviert, verfremdet, auf Instagram hochgeladen, in andere Sprachen übersetzt oder die Taschenlampe benutzt. Das Handy ist hilfreiches Werkzeug, während die Autorin warmherzig, weise und genau erzählt. Timing und Dosierung stimmen.

Begleitet von den pointierten schwarz-weißen Tuschebildern der Illustratorin Maja Bohn gelingt "Parole Teetee" zum echten Schmöker für alle ab 9 Jahren.

Sonja Kessen, rbbKultur

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