John Williams: The Berlin Concert © Deutsche Grammophon
Deutsche Grammophon
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Album der Woche | 07.02. - 13.02.2022 - John Williams: The Berlin Concert

Die Schlangen vor der Philharmonie Berlin waren Mitte Oktober 2021 vielleicht noch ein bisschen länger als sonst: Drei komplett ausverkaufte Konzertabende mit Filmmusik standen auf dem Programm, von einem Komponisten, der mehr Oscar-Nominierungen dafür bekommen hat als jeder andere – John Williams.

Zum ersten Mal hat Williams in diesen Konzerten die Berliner Philharmoniker dirigiert, für alle Beteiligten ein ganz besonderes Erlebnis, das jetzt als Doppel-CD herausgekommen ist: John Williams – The Berlin Album. Alle drei Abende begannen mit Standing Ovations im Saal – bevor John Williams überhaupt den ersten Orchestereinsatz gab.

John Williams - Berliner Philharmoniker, 2021 © Stephan Rabold
Bild: Stephan Rabold

Hollywood zu Gast in Berlin

Es ist Musik mit Wiedererkennungseffekt. Ein paar Takte – und die Dinosaurier in Jurassic Park geben sich im Kopfkino ein Stelldichein, die Außerirdischen in Unheimliche Begegnung der dritten Art sind zwar irgendwo unheimlich, sehen dann aber doch recht freundlich aus – und Harry Potter fliegt auf seinem Besen hoch oben über Hogwarts durch die Luft.

John Williams - Berliner Philharmoniker, 2021 © Stephan Rabold
Bild: Stephan Rabold

Der älteste Debütant in der Geschichte der Berliner Philharmoniker

Es war John Williams‘ erster Besuch in der Stadt, mit 89 Jahren – damit war er dort der älteste Debütant am Pult in der langen Geschichte der Berliner Philharmoniker. Und einen Superstar dieser Größenordnung zu Gast zu haben, das war auch für das Weltklasseorchester etwas Besonderes. Die Begeisterung beruhte auf Gegenseitigkeit: John Williams wurde nicht müde, seine Dankbarkeit auszudrücken darüber, dass er mit den Berliner Philharmonikern zusammenarbeiten durfte – dem, wie er sagte, vielleicht besten Orchester der Welt.

Filmsound pur

Das Album bildet das gesamte Konzertprogramm ab – in bester Klangqualität, ohne den Jubel des Publikums. Das ist Filmsound pur, mit weltberühmten Themen aus Indiana Jones, Star Wars, E.T. und Jurassic Park. Aber auch eine Olympische Fanfare ist dabei – und die Elegie für Cello und Orchester, da zeigt sich John Williams als Meister der leisen, tiefgründigen Töne.

Zum Schluss bedankte sich John Williams beim Publikum – die Zuneigung, die er hier bekomme, würde das kälteste Herz erwärmen. Und so blieb nach dem Konzert: Ein glückliches Publikum – und ein offenbar ebenso glücklicher John Williams.

Anja Herzog, rbbKultur

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