Wiener Philharmoniker & Riccardo Muti: Neujahrskonzert; Montage: rbbKultur
Sony Classical
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Album der Woche | 11.01. - 17.01.2021 - Neujahrskonzert 2021: Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti

Vor leeren Rängen, ohne Saal-Publikum, spielten diesmal – erstmals! – die Wiener Philharmoniker ihr Mega-Event des Neujahrskonzertes. Dirigent Riccardo Muti, zum sechsten Male vor Ort, wies zwischendurch darauf hin, wie seltsam ein Musizieren unter solchen Umständen sei. Anmerken ließen die Vollprofis von der Walzer-Front sich die Irritation nicht.

Sieben von 19 Titeln immerhin sind nie vorher bei einem Neujahrskonzert erklungen. Werke von Karl Komzák, Carl Zeller und Carl Millöcker hatte es gar noch überhaupt nicht gegeben.

Muti, traditionell nicht eben der tanzlustigste aller Walzer-Dirigenten, liegen die Märsche, Galopps und Quadrillen mehr als beschwingte Dreivierteltakter. Tut nichts: Die Wiener Philharmoniker wissen auch so, wie es geht. Und schauen nur gelegentlich mal herüber.

Die Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti beim Neujahrskonzert 2021 im Grossen Saal des Wiener Musikvereins; © Dieter Nagl/Sony
Bild: Dieter Nagl/Sony

Was das Event zur Besonderheit macht, ist – neben hier unbekannten Werken wie "Bad’ner Mad’ln", "In Saus und Braus", "Margherita-Polka" und "Venetianer-Galopp" – gerade die scheinbare Schwäche der Publikumslosigkeit. Dies hier sind nämlich die ersten Quasi-Studioaufnahmen von Sträußen bei den Wiener Philharmonikern seit Jahrzehnten.

Nicht einmal Karajan, Maazel oder Harnoncourt durften das.

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur