Silke Eberhard © Gregor Baron
Bild: Gregor Baron

10. - 16. August 2020 - Jazzwoche Berlin #2

Die Szene erwacht aus dem Lockdown: Musiker*innen entwickeln neue Formate, und in den Spielstätten geht es nicht nur um Jazz, sondern auch um Hygienekonzepte und Abstandsregeln. Im Rahmen der zweiten Jazzwoche wird der "Jazzpreis Berlin" an die Saxofonistin Silke Eberhard verliehen. Viele Konzerte können auch online mitverfolgt werden.

Eine Jazzwoche in einer Zeit, in der kaum etwas normal ist. Schon gar nicht das Konzertleben in Berlin, in Deutschland, Europa, in der Welt. Die IG Jazz Berlin nimmt genau diese uns alle auf nicht absehbare Zeit beherrschende Ausnahmesituation als Motivationsschub der zweiten Jazzwoche Berlin.

Seit März lebt die Live-Szene im Lockdown. Es fanden keine öffentlichen Konzerte statt. Musikerinnen und Musiker spielten – wenn überhaupt – ohne Publikum. Konzerte wurden per Video-Stream auf mehr oder weniger gutem technischem Niveau in die Welt getragen. Nennenswerte Einnahmen waren so nicht zu generieren. Der Fortbestand der Szene steht auf der Kippe.

Musik drinnen, draußen und digital

Nun beginnen im August einige Jazzclubs wieder damit, Konzerte zu veranstalten. Strenge Hygienevorschriften lassen ein volles Haus nicht zu. Da ist Fantasie auf Seiten der Veranstalter gefragt. All das will die Jazzwoche Berlin #2 abbilden. Es geht nicht darum, ein einwöchiges Spektakel zu organisieren, es geht um die Wirklichkeit. Es geht darum, zu zeigen, was ist.

Musik in unterschiedlichsten Locations. Vom Atelier bis zum größeren Club. Drinnen und draußen. Und vor allem: DIGITAL.

Erfahrungsaustausch und Diskussionen

Auf www.jazzwoche.berlin kann man aber nicht nur Konzerte mit Jazz und improvisierter Musik erleben, man kann auch Diskussionen und Panels verfolgen, in denen unterschiedlichste Akteurinnen und Akteure der Musikszene und der Kulturpolitik diskutieren, Gedanken und Erfahrungen austauschen. Darüber, welche Modelle es für den Umgang mit der Corona-Pandemie gibt, wie unter deren Auswirkungen internationale Festivals geplant und veranstaltet werden, welche Impulse für die Freie Szene daraus erwachsen. Es wird über das Geschlechterverhältnis im Jazz diskutiert und über die Chancen eines "Zentrums für Jazz und improvisierte Musik" in Berlin.

Jazzpreis-Verleihung im Livestream

Am 13. August wird der gemeinsam vom Land Berlin und dem rbb ausgelobte und mit 15.000 Euro dotierte "Jazzpreis Berlin" an die Saxofonistin Silke Eberhard verliehen. Anders als geplant kann das Preisträgerinnenkonzert nicht im Kleinen Sendesaal des rbb stattfinden.

Es konnte aber in den Jazzclub A-Trane verlegt werden, wo am 13. August ab 20 Uhr nach der offiziellen Preisübergabe durch den Schirmherrn der Jazzwoche Berlin, den Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer, und den rbb-Hauptabteilungsleiter Kultur, Stephan Abarbanell, das Silke Eberhard Trio ein brandneues Programm spielen wird.

Wir übertragen den Livestream am 13. August ab 20 Uhr online.

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