LUX New Music; © Vincent Stefan
Bild: Vincent Stefan

28. August - 30. September 2020 - Monat der zeitgenössischen Musik in Berlin

In der vierten Ausgabe des Monats der zeitgenössischen Musik suchen Künstler*innen und Ensembles Antworten auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie. Neue Formate sollen eine aktive Beteiligung an der Musik und ihren Diskursen auch mit Abstands- und Hygieneauflagen ermöglichen.

Berlin ist als internationale Metropole ein Zentrum der zeitgenössischen Musik, und das bereits seit Jahren. Schwieriger war es lange Zeit, bei den vielen Richtungen, Künstler*innen und Ensembles einen Überblick zu gewinnen. Wie kann es funktionieren, dass nicht wie sonst oft alle an ihren Projekten werkeln und nicht einmal gegenseitig Notiz voneinander nehmen – ganz zu schweigen vom interessierten Publikum, das sich einen Überblick verschaffen will.

Szene ist hart getroffen

Bereits zum vierten Mal gibt es deswegen in diesem Jahr den Monat der zeitgenössischen Musik in Berlin. Immer im September ist die ganze Stadt noch voller mit Neuem und Allerneuestem der Moderne. Klanginstallationen, Konzerte, Performances, man kann es nicht übersehen. Das Gipfeltreffen der Berliner und internationalen Szene für neue Musik.

Und doch ist in diesem Jahr vieles anders. Corona hat gerade die Szene der zeitgenössischen Musik hart getroffen, viele Freischaffende, die ohnehin mit geringen Budgets auskommen müssen und am Rande der Existenz arbeiten, konnten lange überhaupt nicht auftreten und müssen es jetzt vor zahlenmäßig geringerem Publikum mit deutlich weniger Einnahmen.

In Sälen, aber auch Vieles im Netz

Aber Not macht erfinderisch. Gerade die Protagonist*innen der neuen Musik mit ihrer Experimentierfreude, ihrer permanenten Neugier auf andere, gerade auch mit digitalen Formaten, hat die Zeit genutzt, vieles ins Netz verlagert und dieses selbst als Teil ihrer Arbeit begriffen. "Neue Normalität“ ist das Schlagwort. Die Angebote der Ensembles im Monat der zeitgenössischen Musik finden in Konzertsälen statt, aber auch im öffentlichen Raum und digital im Netz.

"Klingelton des Monats" zum Downloaden

Gleich die Eröffnung mit dem Berliner Zafraan Ensemble und der estnisch-amerikanischen Stimmperformerin Sirje Viise legt vor mit einer multimedialen Performance von elektronischen und akustischen Klängen bis hin zur Frage, wie man musikalisch eine Krise wie die derzeitige als schöpferische Quelle nutzen kann.

Ergänzt wird das Angebot durch ein Symposium zur Frage des Kuratierens neuer Musik und der Diversität in der zeitgenössischen Musik, Labelpräsentationen und öffentliche Gespräche mit vielen Beteiligten. Abgerundet wird das Programm durch einen "Klingelton des Monats“, den der libanesische Musiker, Schriftsteller und Illustrator Mazen Kerbaj geschrieben hat und der zum Download bereitsteht.

Andreas Göbel, rbbKultur

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