Oboensonaten aus Dresden
Accent
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CD DER WOCHE | 07.10. – 13.10.2019 - Xenia Löffler: "Oboensonaten aus Dresden"

Die von Xenia Löffler ausgewählte Kammermusik präsentiert ein großes Spektrum von Stilen, Formen und Besetzungen. Mit dabei sind eine höchst virtuose Solosonate von Antonio Vivaldi, ein galantes Quartett von Johann Adolf Hasse sowie ein originelles Quartett von Gottfried Heinrich Stölzel. 

Oboenklänge aus dem barocken Dresden mit Xenia Löffler & Friends

Der sanfte, näselnde, zuweilen auch auftrumpfende Klang der Barockoboe ist heute aus dem Konzertleben nicht mehr wegzudenken. Bei Aufführungen von Barockmusik bereichert dieses so wandelbare Blasinstrument den klanglichen Ausdruck ungemein. Eine Spitzenvertreterin dieses Faches ist Xenia Löffler. Seit fast 20 Jahren spielt sie als Solooboistin in der Akademie für Alte Musik Berlin mit, sie tritt aber auch mit vielen weiteren Spezialensembles auf und unterrichtet an der Universität der Künste in Berlin. Auf ihren vielen bisherigen CD-Veröffentlichungen hat sie immer wieder Ersteinspielungen präsentiert und damit der Barockoboe zu größerer Akzeptanz und Wahrnehmung verholfen.

Augusts Hofkapelle

Für ihr neuestes CD-Projekt hat Xenia Löffler Kammermusik aus dem Repertoire der legendären Dresdner Hofkapelle ausgewählt. Unter der Regentschaft Augusts des Starken war dieses Ensemble zu Beginn des 18. Jahrhunderts mit internationalen Stars besetzt und spielte die neuesten Kompositionen aus Italien, Frankreich und Deutschland. Dank der Ordnungsliebe des damaligen Konzertmeisters Johann Georg Pisendel sind fast 2.000 Notenhandschriften dieser Zeit bis heute überliefert.

Kammermusik vom Feinsten

Die von Xenia Löffler ausgewählte Kammermusik präsentiert ein großes Spektrum von Stilen, Formen und Besetzungen. Mit dabei sind eine höchst virtuose Solosonate von Antonio Vivaldi, ein galantes Quartett von Johann Adolf Hasse (mit Beteiligung eines Chalumeaus) sowie ein originelles Quartett von Gottfried Heinrich Stölzel. An der Seite von Xenia Löffler musizieren sieben hervorragende Solisten, darunter der Geiger Daniel Deuter, die Cembalistin Michaela Hasselt und – als besondere Überraschung – Václav Luks als Hornist. Präzision, Spielfreude und ein fein durchgearbeiteter musikalischer Ausdruck sorgen für ein abwechslungsreiches Hörvergnügen. – Xenia Löffler und ihren Kammermusik-Partnern ist ein hervorragendes Album gelungen.

 

Bernhard Schrammek, rbbKultur