Pierre Boulez Saal: Streichquartett der Staatskapelle mit Elisabeth Leonskaja; © Monika Rittershaus
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Pierre Boulez Saal - Elisabeth Leonskaja und das Streichquartett der Staatskapelle Berlin

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Nach ihrem vielbeachteten Schubert-Zyklus widmet sich das Streichquarett der Staatskapelle Berlin nun den Werken von Johannes Brahms. Gestern brachten die Musiker gemeinsam mit der Pianistin Elisabeth Leonskaja das dritte Klavierquartett und das Klavierquintett des Komponisten zu Gehör.

Brahms' Streicherkammermusik hält immer noch viele Entdeckungen bereit, etwa das c-Moll Klavierquartett. Sperrig, sehr modern, ja oft verstörend ist der 1. Satz. Elisabeth Leonskaja und drei Mitglieder des Streichquartetts der Staatskapelle spüren wach und spannungsvoll den Brüchen und auch dem Verstummen nach.

Leonskaja deckt ihre Streicherpartner niemals zu, obwohl der Saal das Klavier sonst oft knallen lässt. Manchmal kommen die Musiker allerdings nicht über das eigene Erforschen hinaus, das Vermitteln und Bis-in-die-letzte-Reihe-spielen kann sich wohl nur bei längerer Erfahrung mit der Musik einstellen. Berührend geriet der langsame Satz, der mit einem einsamen Cellosolo beginnt und sich dann immer weiter verdichtet, leuchtet, Tiefe gewinnt.

Viel zugänglicher ist das Klavierquintett. Hier darf man richtig schwelgen, hier sind auch die jetzt vollständigen Quartettpartner öfter als magisches Interludium alleine zu hören, im Dialog mit dem Klavier. Der letzte Satz versucht immer wieder, völlig gegensätzliche Sphären zu verbinden. Auch hier wäre noch an untergründiger Spannung zu gewinnen gewesen, an mehr gestaltetem Übergang. Die Gegensätze sollten nicht immer nur überraschend klingen!

Clemens Goldberg, kulturradio

Weitere Rezensionen

Robin Ticciati; Foto: Alexander Gnaedinger
Alexander Gnaedinger

Deutsche Symphonie-Orchester Berlin - Robin Ticciati

Es ist schon spannend, vermutliche eine Weltpremiere, wenn ein Orchester zu Anfang ohne Dirigenten improvisiert. Aufeinander hören muss man, oder sollte man ja sowieso. Natürlich ist es auch spannend, wer denn da so die Initiative für einzelne Melodien übernimmt und wie die Anderen das aufgreifen. Das Resultat war zwar erwartbar und man muss das nicht so oft hören, aber das Orchester könnte das ja als Teambuilding bei sich einführen!

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