Alice Sara Ott © Gregor Baron
Gregor Baron
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Konzert - Berliner Philharmoniker: Gothenburg Symphony unter Santtu-Matias Rouvali mit Alice Sara Ott

In der Saison 2017/18 hat der finnische Dirigent Santtu-Matias Rouvali zwei neue Ämter übernommen: Er wurde Chefdirigent der Göteburger Sinfoniker und ständiger Gastdirigent des Philharmonica Orchestra. Gestern war Rouvali mit den Göteburger Sinfonikern in Berlin zu erleben.

Steampunk ist eine Bewegung der 80er des letzten Jahrhunderts, die scheint’s immer noch lebendig ist. So stampfen die Maschinen und heulen die Dampfmotoren, ergänzt um einen Blizzard in Daniel Nelsons "Steampunk Blizzard". Das ist unterhaltsam und nett, geht aber nicht über die Rhythmen und die Fantasie des anschließend zu hörenden Ravel-Konzertes hinaus. Das ist die heute anscheinend unvermeidliche Art der Moderne: Filmmusik mit Pfiff.

Santtu-Matias Rouvali wirk mit seinen 35 Jahren noch immer wie ein Abiturient, den man sich auch gut als Jongleur oder Clown auf der Straße vorstellen kann. Er hat es schon zu zwei Chefstellen und einer ersten Gastdirigentenstelle beim Philharmonia Orchestra gebracht, was an seiner ansteckenden und weit einladenden Art zu Dirigieren liegen mag.

Das Göteborger Orchester formuliert das französische Idiom ordentlich, es fehlt aber eben das Wesentliche, Flair, Duft und Esprit. Diese Anteile steuert Alice Sara Ott schon mehr bei, obwohl auch ihr manche Farben und im langsamen Satz der große Gesangston fehlen. Dafür ist sie hellwach, kommunikativ und voller Freude über die Musik. Im langsamen Satz zeigen ihr dann die Holzbläser magisch, wie man faszinierend singen kann. Anrührend die Satie-Zugabe in ihrer Zerbrechlichkeit.

Sibelius' 5. Sinfonie ist einerseits Naturgesang, andererseits ein faszinierender Spiralraum. Hier merkte man die tiefe Vertrautheit des Orchesters mit dieser Musik, es entsteht gerade eine Gesamtaufnahme. Das war dann eine Interpretation, die man nicht alle Tage hört.

Clemens Goldberg, kulturradio

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