Hanna-Elisabeth Müller
Chris Gonz
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Konzerthaus Berlin - Ein Abend mit Hanna Elisabeth Müller, Juliane Ruf

Bewertung:

Die Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller erlangte mit ihrem Auftritt als Zdenka in Strauss' "Arabella" bei den Salzburger Festspielen 2014 internationale Aufmerksamkeit. Trotz zahlreicher Opern-Engagements weltweit, ist sie immer auch eine leidenschaftliche Liedsängerin geblieben.

Liederabende sind noch immer häufig nicht gut besucht, obwohl sie doch so spannend sind! Hanna-Elisabeth Müller und Juliane Ruf haben eine feine und erhellende Gegenüberstellung von Schumann und Strauss erarbeitet, sehr frei und nuanciert dargeboten. Müller hat eine sehr große, manchmal auch zur Schärfe neigende Stimme. Ruf wirkt ganz erdverbunden, hellwach, vielleicht fehlt auch etwas die Magie. Beiden liegt eher der grandiose Strauss als der kammermusikalische Schumann. Das sind aber geringe Vorbehalte, die sich zudem im Laufe des Abends immer weiter verflüchtigten.

Zuerst einmal ist da die grandiose Wortverständlichkeit und die Fähigkeit zu langen Bögen in den herrlichen Melodien bei Strauss zu bewundern, beispielhaft! Und bei Juliane Ruf kam auch immer mehr innere Anteilnahme und eigentständige Gestaltung zutage. So konnte man in zwei Konzerthälften die vielen Bezüge des Waldes, der Natur, der Seelenstimmungen genießen. Gerne würde man beide in einem größeren Saal mit viel Publikum erleben. Das anwesende Publikum war jedenfalls hell begeistert.

Clemens Goldberg, kulturradio

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