Konzerthausorchester Berlin: Ensemble Chantilly
Bild: Konzerthausorchester Berlin © Uwe Arens

Konzerthaus Berlin - Kammermusik mit dem Bläserquintett des Konzerthausorchesters

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Die sehr markanten Charaktere der Instrumente eines Bläserquintetts sind der Gegenentwurf zum Streichquartett. Die Musik für diese Besetzung ist vielseitig und oft mit viel Theaterblut versehen.

Die Solobläser des Konzerthausorchesters erfüllten die höchsten Anforderungen dieses Programms mit Verve, Spielwitz, hoher Virtuosität und erkennbarer Freude am Zusammenspiel und der Musik.

Antonin Reicha ist ein ungemein phantasievoller, niemals platter, immer überraschender Komponist, der für diese Gattung bahnbrechend wirkte. Ligetis Bagatellen waren fast idealtypisch in der Fortsetzung des Reicha’schen Geistes: witzig, fast parodistisch, brilliant.

Paul Taffanel war vorallem ein wichtiger Flötist und Dirigent der Spätromantik. Dass man selbstverständlich auch noch komponieren musste, ist wirklich erstaunlich, vor allem wenn man ein so hervorragend komponiertes Quintett hört. Wie Taffanel alles in stetem Fluss hält, geht auch schon in den Farbwirkungen über die Romantik hinaus.

Höchste Anforderungen an technische Virtuosität dann bei Françaix. Hier wird der Spielwitz auf die Spitze getrieben. Das Quintett der Uraufführung 1948 musste dafür angeblich noch 6 Monate in Klausur gehen.

Von solcher Anstrengung war an diesem Abend nichts zu spüren. Wenn mal wieder Bläserquintett auf einem viel zu seltenen Programm steht: unbedingt hingehen

Clemens Goldberg, kulturradio

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