Konzerthaus Berlin: Bertrand de Billy, Dirigent
Marco Borggreve
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Konzerthaus Berlin - Konzerthausorchester Berlin

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Strauss, Ravel und Beethoven standen auf dem Programm, das der französische Dirigent Bertrand de Billy zusammen mit dem Konzerthausorchester Berlin präsentierte. Musik aus Goethes Trauerspiel "Egmont" kombinierte de Billy mit den dunlken Tönen von Richard Strauss' "Vier letzte Lieder" und Maurice Ravels Ballettmusik "Daphnis und Chloë".

Als Goethes Egmont 1810 auf die Bühne kam, gab es fast bei jedem Schauspiel noch Musik. Diese hört man jedoch fast nie. Tobias Moretti hat eine sehr überzeugende Fassung der Musik Beethovens mit den Zwischenaktmusiken und Ausschnitten aus dem Schauspiel selbst geschaffen. Die Texte wirkten mit klarer Denunziationen des Krieges auf allen Seiten fast drastischer als die Musik, die ungewöhnlich fein gewebt und ebenso fein gespielt wurde. Nur die Ouvertüre hatte viel Gewalt in sich. Leider überzeugte die Rezitation von Moretti durch nicht immer klare, schnelle und gegen den Strich gebürstete Darbietung nicht vollständig.

Elza van den Heever war schon im Egmont zu hören, mit schlichten und innigen Liedern, die gerade noch so verständlich waren. In Strauss’ Vier Letzten Liedern verstand man insgesamt vielleicht 10 Worte. So kann keine Basis für Interpretation entstehen, da mag die Stimme noch so luxurierend und vielfarbig sein. Das Orchester war von Bertrand de Billy gut im Detail geführt, oftmals aber recht laut.

Alle Farben und vor allem herrliche Bläserkammermusik, eine betörende Flöte und ein schöner Sonnenaufgang waren bei Ravels Daphnis und Chloe zu hören. Besonders beeindruckte der Bacchantische Tanz am Schluss. Was noch fehlte: erotische Suggestion.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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