Orchesterbild: Kammerakademie Potsdam
Beate Waetzel
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Nikolaisaal Potsdam - 10. SINFONIEKONZERT MIT DER KAMMERAKADEMIE POTSDAM

Bewertung:

In Beethovens Großer Fuge für Streichquartett wird der Ausdruck zum Äußersten getrieben. Auch heute noch klingt das extrem.

Vier Individuen kämpfen um ihr Leben und um einen Sinn darin.
Mit Streichorchester hat mich das noch nie überzeugt, auch nicht, wenn es so gut wie von der KAP gespielt wird.

Was da schon auffiel: Man hat bei diesem Ensemble immer den Eindruck, der Dirigent betreue die Interpretation, die sowieso schon da ist. Da muss man mindestens so energetisch sein wie Antonio Mendez, der sehr gut mit dem Ensemble harmonierte.

Besinnlich in den Sommer entlassen

Eine Zugabe kann auch ein vorangegangenes Werk entlarven. Stefan Dohr spielt sich und uns von den Canyons zu den Sternen, Olivier Messiaen schaut ins All. Wie leeres Geklinge und falsche Nostalgie wirkt dann das 2. Hornkonzert von Strauss, inmitten von Tod und Vernichtung 1943 komponiert. Ja, es ist toll für das Horn gemacht, aber wenn man Stefan Dohr dann mit Messiaen erlebte, war das so viel berückender!

Eine echte Entdeckung dann Luciano Berios "10. Sinfonie" von Schubert. Aus Skizzen träumt er den Rest der Musik und entführt uns, immer durch die Celesta geleitet, in dieses Traumland.

Sehr reizvoll und bezaubernd subtil. Das sollte unbedingt ein Standardwerk werden! So wurden wir bezaubert und besinnlich in den Sommer entlassen.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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