Ensemble Amarcord; © Nick Begbie
Nick Begbie
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Konzerthaus Berlin - "Durch Feld und Au" mit dem Ensemble Amarcord

Bewertung:

Bei diesem Ensemble stimmt einfach alles!

Perfekte Diktion, singen auf einem Atem, Homogenität des Klangs von fünf doch deutlich erkennbaren Charakter-Sängern, eine große Innigkeit und dann wieder Expressivität, man könnte so fortfahren. Dazu haben alle fünf sogar Moderationstalent, auch wieder jeder auf seine Weise. Eine gute Idee, die Stücke so charmant den Hörern nahe zu bringen.

Die Bandbreite der sommerlichen ersten Hälfte reichte von Mendelssohn bis Ives. Die Kunst des Ensembles kam besonders im Zyklus des französischen Spätromantikers Jean Cras zum Tragen. Von den Glocken der Morgenstimmung bis zur tiefen Nacht schillerten alle Farben, aber auch weitergehend wurden die Zustände der Seele vermittelt. Besonders eindrucksvoll war, wie in langen Phrasen die Harmonien sich immer wieder noch einmal drehten und wendeten!

Die zweite Hälfte war dann eine Freestyle-Reise durch die Welt – mit viel Schauspieltalent, ein weiteres Kennzeichen der Herren. Zum Schluss kam das Publikum in den Genuss, mit dem Ensemble nach Ghana zu reisen und mitzusingen mit den Worten "Gott sei Dank" in einer mir unbekannten Sprache. Ein Plädoyer für Weltoffenheit aus Leipzig!

Clemens Goldberg, rbbKultur

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