Gabriel Bebeşelea © Ionut-Macri
© Ionut-Macri
Bild: © Ionut-Macri Download (mp3, 4 MB)

Konzerthaus Berlin - Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Gabriel Bebeşelea

Bewertung:

Die Musik von George Enescu wird viel zu selten aufgeführt. Da konnte man gespannt auf eine "Melodramatische Kantate" sein, die allerdings vom Komponisten nie fertig gestellt und erst vor Jahren rekonstruiert wurde.

Melodramatik lebt ganz vom Text. Die vier Solisten waren also mehr oder weniger deklamierend-singend zu hören, aber hier erwies es sich als fatal, dass im Konzerthaus keine Texte projiziert werden können und die Beleuchtung zu schwach, um den wenigen Besuchern mit Textheft ein Mitfolgen zu ermöglichen. Der Text des rumänischen Nationaldichters Mihai Eminescu ist ist allerdings selbst bei wachem Mitlesen unerträglich schwülstig. Die Musik dazu ist eine Art Psycho-Soundtrack, der sich als doch sehr schwer zugänglich erwies.

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin © Simon Pauly
Rundfunk-Sinfonie-Orchester Bild: © Simon Pauly

Enescus Kantate hat wohl eher keine Zukunft

Das Rundfunk Sinfonieorchester Berlin hat die Kantate mit Gabriel Bebeşelea in genau dieser Besetzung eingespielt. Man war also gut vorbereitet - ich wage die Voraussage, dass das Stück keine Zukunft hat. Lieber sollte man die vielen bekannten Meisterwerke auf die Bühne bringen!

Viel Ausholen und Pathos

Zuvor dann ganz Bekanntes, die Hits aus den beiden Peer Gynt Suiten. Eigentlich schade, dass man das interessante Bühnenstück Ibsens nicht erleben kann, das eigentlich eine heute sehr aktuelle Kritik am Konsum-Macht-Materialismus übt. Da wirken die schwelgerischen Bühnenmusiken fast wie das Gegenteil, zumal wenn man die Suiten auch noch vertauscht. Gabriel Bebeşelea neigt zu viel Ausholen und Pathos, etwas weniger davon wäre dem sehr klangschön spielenden Orchester nicht abträglich gewesen.

Clemens Goldberg rbbKultur

Weitere Rezensionen