Musikfest Berlin 2019/ Simon Pauly: Donald Runnicles
Musikfest Berlin 2019/ Simon Pauly
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Musikfest Berlin - Das Orchester der Deutschen Oper unter Donald Runnicles

Bewertung:

Das Orchester der Deutschen Oper spielt in der Philharmonie – Berlioz und Beethoven. Zwei Feuerköpfe ...

Beethoven und Berlioz waren Musik-Revolutionäre, das erwies sich klangmächtig im Konzert des Orchesters der Deutschen Oper. Beethovens Coriolan-Ouvertüre schafft aus nur zwei sehr gegensätzlichen Elementen große Spannung und Furor. Das Orchester wurde den ganzen Abend angefeuert, aber auch sehr gut disponiert von seinem Chef, Donald Runnicles. Die fantastischen Wirkungen auch bei Berlioz waren hier in besten Händen und das Orchester freute sich merklich an den perfekten Bedingungen der Berliner Philharmonie.

Musikfest Berlin 2019/ Marcus Lieberenz: Orchester der Deutschen Oper - Donald Runnicles
Bild: Musikfest Berlin 2019/ Marcus Lieberenz

Betörend

Zwei selbstmörderische Frauen wurden von Berlioz in diesem Programm auf die Bühne gebracht, dargestellt von Susan Graham. In der wilden und vor Einfällen platzenden Kantate über den Tod Kleopatras blieb sie stimmlich wenig schuldig, aber darstellerisch und emotional doch sehr im Oberflächlichen und klischeehaften stecken. Dass es auch ganz ohne irgendeine differenzierte Vorstellung vom Sujet geht, bewies dann Klaus Florian Voigt. Wie immer mit betörender Stimme und Schmelz, aber dass er von den inneren Qualen des Aeneas in der Oper "Les Troyens" sang, darauf kam man nicht im Traum

Klangpracht und Differenzierung

Im Liebesduett konnte er sich immerhin ganz an Susan Graham schmiegen, da fiel es nicht so auf. Zuvor waren höchst eindrucksvoll und plastisch instrumentale Stücke aus den Trojanern zu hören gewesen, auch hier überzeugte das Orchester mit Klangpracht und Differenzierung.
Endlich am Schluss fand Susan Graham mit dem Lebensabschied der Dido zu einer tieferen Wahrhaftigkeit ohne Pose. Die Musik hatte ihr das anfängliche Bühnenchargieren mit ihrer Macht ausgetrieben.

Clemens Goldberg rbbKultur

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