Musikfest Berlin 2019/ Doug Peters: London Symphony Orchestra; Sir Simon Rattle
Musikfest Berlin 2019/ Doug Peters
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Musikfest Berlin | Philharmonie Berlin - London Symphony Orchestra

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Er ist wieder da: Sir Simon Rattle. Im Rahmen des Musikfestes Berlin war der Dirigent gestern am Pult des London Symphony Orchestra zu erleben. Clemens Goldberg hat das erste Berliner Gastspiel des Orchesters unter Rattles Leitung miterlebt.

Simon Rattle wird begeistert begrüßt und hat seinen neuen Lebenspartner mitgebracht: das London Symphony Orchestra. Es ist ein typisch englisches Orchester, sachlich, sehr professionell, nicht leicht aus der Reserve zu locken. So wird etwa Messiaens metaphysischer Blick ins Jenseits nie wirklich magisch, aber sehr präzise und ernsthaft umgesetzt. Da ist zwischen Dirigent und Orchester sicher noch mehr drin.

Zugleich ist dieses vom Tod des Komponisten gezeichnete Werk auch ein merklicher Kontrast zu einem erheblich leichtgewichtigeren Stück, Hans Abrahamsen "let me tell you".

Abrahamsen hatte seine Inspiration verloren und findet in diesem Stück auch über die brillante und innige Barbara Hannigan seine Stimme wieder. Paul Griffith schuf ein rätselhaftes Libretto aus Wörtern der Shakespear'schen Ophelia.

Die Zeit ist ein Thema, die Musik, das Hinübergehen ins unbekannte Land des Todes. Ophelia endet im Schnee. Das Ganze ist wie eine große Monodie Monteverdis komponiert, inklusive des Stimm-Tremolos, das hier allerdings fast durchweg eingesetzt ist.

Ja, diese Frau ist zerbrechlich, zart, träumerisch. Aber sie kennt keinen Schmerz, keine Konflikte, keinen Zweifel. Das ist alles nur sehr schön. Zu schön, um wahr zu sein.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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