RIAS Kammerchor © Matthias Heyde
Matthias Heyde
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Konzerthaus Berlin - Akademie für Alte Musik Berlin und der RIAS Kammerchor

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Wie mitreißend Musik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts sein kann, zeigt die Akademie für Alte Musik Berlin zusammen mit Solisten und dem RIAS Kammerchor in dieser Saison gleich in fünf Konzerten. Im Mittelpunkt steht Johann Sebastian Bach. Gestern erklangen im Konzerthaus Berlin Bachs Adventskantaten sowie seine älteste erhaltene Weihnachtskantate.

In Bachs Weimarer Kantaten zum Advent geht es nicht um besinnliches und fröhliches Warten auf das Christkind. Weltuntergang, Hoffnung auf das Jenseits, Gefahren durch den Teufel lauern allüberall. Alle im Konzerthaus zu hörenden Kantaten haben herrliches Eingangschöre, die vom RIAS Kammerchor sehr tänzerischen und fein ausgehört dargeboten wurden. Justin Doyle legte fast ein Ballett auf dem Podium hin, man konnte jede kleine Geste der Einstudierung auch noch mal bei ihm beobachten. Da wäre vielleicht etwas weniger mehr. Mehr jedoch ist noch bei der Textverständlichkeit möglich, vor allem die Konsonanten W, M und T seien ans Herz gelegt.

Bach verträgt kein oberes Mittelmaß. Auch bei den Arien geht alles von den Texten aus, die nicht nur verständlich werden müssen, sondern auch sinnlich und geistig ergriffen werden wollen. In allen genannten Bereichen erreichte nur der Bass Roderick Williams vollständig dieses Niveau.

Ingeborg Ganz sang bewährt, aber eben auch nicht in jenem Bereich, der Tenor Patrick Grahl immer mehr im Verlauf des Abends, die Sopranistin Katherine Manley hat zwar eine sehr bezaubernde Höhe, dafür aber etwas schwache Mittellagen und zu viel Manierismus. Die wunderbaren Duos in "Christen ätztet diesen Tag" leisten durch räumliche Ferne und mangelnde gegenseitige Ansteckung.

Ebenso wichtig sind die Solisten im Orchester der Akademie für Alte Musik. Ganz besonders ist Jan Freiheit mit herrlich expressivem Cello zu erwähnen, aber auch die glänzende Trompete von Ute Hartwich. Das Orchester insgesamt ließ sich sehr gut von Justin Doyle anstecken.

Ein solider Abend, aber mit Luft in die höchsten Regionen.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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