Ashkenazy-Vladimir © Keith Saunders
Keith Saunders
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Berliner Philharmonie - Deutsches Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Vladimir Ashkenazy

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Werke von Max Reger, Sergej Rachmaninow und Dmitri Schostakowitsch – mit Behzod Abduraimov am Klavier, einem jungen usbekischen Pianisten, der mit renommierten Dirigenten und Orchestern zusammenarbeitet.

Vladimir Ashkenazy ist vielleicht der bescheidenste Dirigent den ich kenne. Immer stellt er die Leistung der Musiker in den Mittelpunkt und nimmt sich ganz zurück, und das ganz ehrlich und nicht aufgesetzt. Dabei ist er mit 82 noch quicklebendig, energetisch aufgeladen und freut sich an der Musik und dem Musizieren mit dem Deutschen Symphonie-Orchester. Feinsinnig etwa in der insektenfüssigen fünfstimmigen Fuge Max Regers auf ein Thema von Beethoven, das man paradoxer Weise gar nicht zu hören bekommt.

Nur streckenweise anwesend ist auch Paganinis 24. Caprice in Rachmaninovs Variationen für Klavier und Orchester. Dafür bereiten sie unendliches Hörvergnügen, wenn sie so stupend, vielschichtig, facettenreich und und hinreißend gespielt werden wie von Behzod Abduraimov. Ich kenne viele derzeit gehypte Pianisten, die nicht die Hälfte seiner Fähigkeiten in allen Bereichen haben. Er ist bei aller Hollywood-Trickserei des Stückes immer ganz ernst und man fragt sich etwas besorgt, ob er im Leben auch noch anderes als sein Klavier kennengelernt hat.

Abduraimov_Behzod © Nissor Abdourazako
Bild: Nissor Abdourazakov

Mir macht das doppelte Hören in Schostakowitschs 5. Sinfonie Probleme. Der Komponist versuchte hier eine Gratwanderung zwischen Stalinistischer Ideologie und seinen inneren Anliegen zu bewerkstelligen. Nie weiß man, woran man eigentlich ist. Vladimir Ashkenazy führte mit größter Konzentration durch die vielen Wiedersprüche des Stückes, nicht immer gelang aber der große Bogen oder die letzte Entscheidung zur Zuspitzung ins Grelle und Brutale. Dies liegt dem Dirigenten nicht.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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