Daniel Barenboim am Klavier; © Silvia Lelli
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Pierre Boulez Saal - Beethoven: Die Klaviersonaten II

Bewertung:

Beim Beethovensonaten-Zyklus im Boulez Saal kommt man Daniel Barenboim ganz nah, fast auf den Schoss. Barenboim mag das erkennbar, manchmal scheint er einzelne Hörer*innen direkt anzusehen.

Der Deckel des Flügels ist abgenommen, nicht immer vorteilhaft für Klangdifferenzierung, aber im Saal notwendig wegen der elliptischen Form. Die chronologische Abfolge der Sonaten brachte hoch virtuose Stücke auf das Programm, die Sonaten des Opus 10 und die Pathétique. Dies ermöglicht interessante Vergleiche. Respekt gebietet auch, dass Barenboim immer noch mühelos ein riesiges Repertoire auswendig beherrscht.

Wunderbar zarte langsame Sätze

Daniel Barenboim hat eine klar erkennbare und durch Erfahrung gereifte Vorstellung der Stücke. Bei der Ausführung bleibt aber vieles im Ungefähren, was ihn kaum zu bekümmern scheint. Vieles verschwimmt, manches bleibt weg, Klangführung ist selten gegeben, häufig sind Phrasenenden nicht mehr zu erkennen.

Andererseits gibt es wunderbar zarte und schlichte langsame Sätze. Fast frappiert ist man, wenn in der F-Dur Sonate einmal Vorstellung und Ausführung völlig übereinstimmen, etwa im geschliffenen Posthorn-Finale mit seiner Rastlosigkeit. Da wurde offenkundig geübt. Man kommt schon ins Grübeln, wenn es ja immer noch mögich ist, ausgefeilte und ganz beherrschte Passagen dargeboten zu bekommen…

Begeistertes Publikum

Und das Publikum? Wie bei alternden Diven ist es restlos begeistet und hört sich offenbar vieles zurecht oder überhört auch gerne. Wie wäre es doch, um eine weihnachtliche Idee zu äußern, wenn Barenboim im Beethovenjahr nur einen Abend gut geübt übernommen hätte und an den anderen Abenden junge Künstler seiner Wahl eingesetzt hätte, die hier eine tolle Chance für ihre Karriere bekommen hätten?

Clemens Goldberg, rbbKultur

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