Tetzlaff Quartett © Georgia Bertazzi
© Georgia Bertazzi
Bild: © Georgia Bertazzi Download (mp3, 4 MB)

Berliner Philharmonie, Kammermusiksaal - Das Tetzlaff Quartett mit Beethoven und Schönberg

Bewertung:

Schönbergs radikaler Abschluss seiner tonalen Periode und Beethovens radikales Spätwerk, eine tolle Kombination, die sich vor allem auch dadurch erschloss, dass man Schönberg zuerst hörte. Beide Werke elektrisierend, sehr natürlich, sehr selbst-verständlich vom Tetzlaff Quartett gespielt.

Christian Tetzlaff ist allerdings doch der sich gar nicht darum bemühende Erste unter Gleichen. Wann immer er etwas spielt strahlt sein Charisma fast unbändig aus.

Wiener Schmäh folgt auf erste erregte, atemlose Phase

Schönbergs 1. Streichquartett ist fast einfacher zu hören als Beethoven. Ein Seelendrama, volle Spätromantik, aber wie auch Beethoven immer und zu jeder Zeit mit solistischer Führung aller Stimmen. Fast nie wird etwas nur "begleitet". Unglaublich, wie sich das Quartett in die ersten fünf von 45 durchgängigen Minuten stürzt, alle sind hoch erregt, überspannt, atemlos. Erst nach dieser ersten radikalen Phase zerbröselt alles plötztlich. Viel Wiener Schmäh ist zu hören, innigste Terzenseligkeit in einem sperrigen Umfeld, alle nur möglichen Seelenzustände. Packende und ja, oft sogar kurzweilige Musik.

Ein Erlebnis

In Beethovens op. 130 in der Fassung mit der Schlussfuge kann man die Bestürzung der Zeitgenossen noch gut verstehen. Schien es doch und war es wohl auch das Ende alles bisherigen Komponierens. Das Quartett ging auch in der schier endlosen und nie das letzte Wort findenden Großen Fuge noch einmal an die Grenzen, ganz so wie zu Anfang bei Schönberg. Ein Erlebnis.

Clemens Goldberg, rbbKultur

Weitere Rezensionen

Ainārs Rubiķis ist der Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin © Jan Windszus Photography
Jan Windszus Photography

Komische Oper Berlin - Orchester der Komischen Oper Berlin spielt Sinfoniekonzert 4

Das vierte Sinfoniekonzert des Orchesters der Komischen Oper Berlin fand unter seinem Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis am Valentinstag statt. Auf dem Programm standen u.a. Werke von Schostakowitsch, Debuss und Ravel. Als Solistin war Arabella Steinbacher in Korngolds Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35 zu hören.

Bewertung: