Kirill Petrenko dirigiert Mahlers Sechste Symphonie © Stephan Rabold
Stephan Rabold
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Philharmonie Berlin - Kirill Petrenko dirigiert Mahlers Sechste

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Mahlers 6. Sinfonie ist hoch aktuell. Man kann bei all den Märschen, der Gefahr, der Beklemmung, der Gewalt an unsere sich zuspitzende Bedrohung denken. Bei den Kuhglocken der Sinfonie, die immer gefährdet und isoliert erscheinen, auch an den Klimawandel. Schon damals war die Natur gefährdet, ein idealisiertes Idyll.

All das war in Kirill Petrenkos Version zu hören, aber merkwürdig wenig zu spüren. Schön, dass das Orchester langsam entspannter mit dem Dirigenten wird, da bildet sich Vertrauen. Hier wurde auf klanglich hohem Niveau musiziert, allerdings fehlte es manchmal noch an rhythmischer Präzision.

Überraschend freundlich

Darauf aufbauend aber müssten sich gerade bei Mahler mehr einstellen. Vieles klang überraschend freundlich, oft dachte ich: Richard Strauss! Alles was mit Übergang, Verwandlung, vor allem aber leichtem Innehalten, Rückschau, Konflikt und Angst zu tun hatte, wurde linear überspielt.

An Mahler muss Petrenko noch wachsen

Beeindruckend, wie im Finale die geballten Kräfte aufeinandertreffen, das klang intensiv und laut. Aber kann man die Hammerschläge verstehen, wenn es nicht um Niederlage, sondern doch wieder um Sieg geht? Der Zusammenbruch am Ende, er war nicht existentiell. An Mahler muss Petrenko noch wachsen, mehr Zweifel und Geschehen zulassen.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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