Dirigent Kirill Petrenko steht am nach dem Konzert auf der Bühne der Berliner Philharmonie, Archivbild (Quelle: Berliner Philharmoniker/Monika Rittershaus)
Berliner Philharmoniker
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Philharmonie Berlin - Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Kirill Petrenko

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An Beethoven kommt keiner vorbei in diesem Jahr. Und auch die Berliner Philharmoniker und Kirill Petrenko widmen sich dem Jubilar. Gestern präsentierten sie Beethovens 3. Klavierkonzert. Interpretiert wurde dieses umfangreiche Werk von Daniel Barenboim.

Obwohl Daniel Barenboim auch sehr gerne ein Beethovenkonzert vom Flügel aus leitet, war er sich mit Kirill Petrenko völlig einig und offenkundig auf einer Welle: das 3. Klavierkonzert sah man klassizistisch, mehr nach Mozart hin orientiert, im 3. Satz gar zärtlich. Gleich am Anfang des 1. Satzes wurde die an sich so spannungsgeladene Widersprüchlichkeit zugunsten eines fast taktweisen Buchstabierens hintan gestellt. Daraus ergeben sich aber keine Gehalte!

Ansonsten hörte man wunderbare Versionen des lyrischen Seitenthemas, sowohl vom Orchester als auch vom Pianisten. Sehr erfreulich auch, dass Barenboim im Vergleich mit vorherigen Auftritten nur ganz gelegentlich nicht klar spielte oder Noten versandeten. Ganz herrlich der Dialog mit dem Orchester im langsamen Satz, auch erfreulicherweise nicht zerdehnt. Zärtlich-übermütig und gelöst dann der Finalsatz.

Asrael ist der Todesengel, der die Seelen abholt. Erschütternd muss es für Josef Suk gewesen sein, innerhalb kürzester Zeit seinen verehrten Lehrer Dvořák und dessen Tochter, seine Frau, zu verlieren. Davon zeugt eine lange Pause in der Mitte der einstündigen Sinfonie. Der erste, Dvořák gewidmete Teil, ein nicht immer leicht zu verfolgendes Gebilde, eine Abfolge von verschiedensten Stimmungen, die nicht nur den Tod, sondern auch das Leben beleuchten. Es ließ mich aber relativ unberührt zurück, so engagiert und schön gespielt wurde. Mehr sprach dann unmittelbar der zweite Teil, der den Verlust der jungen Gattin beleuchtet. Hier war aber auch das Sentmintalische nicht fern. Ein querständiges, interessantes, aber wohl nicht repertoiretaugliches Stück.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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