Spectrum Concerts
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Philharmonie Berlin | Kammermusiksaal - Spectrum Concerts: 32. Saison 2020

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Die Spectrum Concerts Berlin verstehen sich auch in ihrer 32. Ausgabe als Brücke zwischen europäischer und amerikanischer Musik. Beim Eröffnungskonzert standen Werke von Edward Elgar, Karl Amadeus Hartmann, Andrzej Panufnik und Béla Bartók auf dem Programm. Clemens Goldberg berichtet vom Abend.

Seit Jahrzehnten gehe ich nun schon zu "Spectrum Concerts". Und immer waren es ganz besondere Konzerte. Etwas bang war mir da schon, ob der berühmte Spirit der unbedingten Hingabe an die Musik auch bei einem jungen Streicherensemble von mehr als 20 Musiker*innen wirken würde, das sich geade mal vier Tage zuvor kennengelernt hatte. Ich muss sagen: sensationell! Man hätte glauben können, dass hier Jahre harter Arbeit vorangegangen wären.

Elgars Serenade klingt so leicht und klar, dabei ist sie gerade deshalb so schwer zu spielen. Federleicht, duftig, gut strukturiert klang das alles. Und das ohne Dirigent, mit kaum merklicher Führung der Konzertmeisterin. In Bartoks Divertimento waren die rhythmischen Strukturen noch viel schwieriger, und doch klang alles ganz natürlich, ohne Verbissenheit, einfach durch einen gemeinsamen Spirit und erkennbare Lust an der Musik erzeugt.

Boris Brovtsyn als sehr berührender Solist

Ein weiteres Kennzeichen von "Spectrum Concerts" ist das interessante Programm. Bei Bartok stürzt das scheinbar folkloristisch Unterhaltsame in die Vorahnung des Krieges. Das griff dann wiederum eines der zwei dargebotenen Violinkonzerte auf, Karl Amadeus Hartmanns "Concerto funebre". Boris Brovtsyn ist ein unglaublich konzentriert spielender, ausstrahlungsstarker und emotional sehr berührender Solist, dem es offenkundig nur um die Musik geht. Er spielt wie der erste Geiger in einem Streichquartett. Die zerklüftete, intensive Musik Hartmanns gelingt ihm ebenso wie die lyrisch zurückgewandte Musik in Andrzej Panufnis Konzert.

Ist hohe Qualität etwa unsexy?

Warum nur sind die Konzerte dieser Reihe nur mäßig besucht? Gibt es wirklich gar keine Neugier auf besondere Programme jenseits des Mainstreams? Ist hohe Qualität etwa unsexy? Man muss es fast befürchten.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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Screenshot: #konzertZUhaus; © Konzerthaus Berlin/Marco Borggreve
Konzerthaus Berlin/Marco Borggreve

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