Aufnahme aus eine Szene des Theaterstücks <<Betterplazes>> and der Oper Neukölln. (Quelle: neukoellneroper.de/M. Heyde)
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Bild: neukoellneroper.de/M. Heyde

Neuköllner Oper - "Betterplazes"

Bewertung:

"Betterplazes", benannt nach einer in Kreuzberg anstatt Google eingezogenen Spendenplattform, meint einerseits die bessere Welt, die wir erträumen. Andererseits ist "Better" der Firmenname einer googleähnlichen, amazonmächtigen Internetplatform, gegen die in Kreuzberg die beiden Jugendlichen Timo und Sven zu Felde ziehen.

Sie sind Sprayer. Ihre Streetart protestiert auch gegen Internetgiganten. Ihre Geschichte betrifft das Unbehagen an der digitalen Kultur, deren Teil sie sind. Schrittweise rutschen Timo und Sven in die Straffälligkeit. 3 Jahre Jugendknast können nur dadurch abgefangen werden, dass die beiden ein Jobangebot von "Better" annehmen – sich also kaufen lassen. Ein guter Libretto-Schachzug, hierdurch wird die Verstrickung deutlich, in der wir alle stecken. Auch wir haben vielleicht Vorbehalte gegen die digitale Welt – nutzen sie aber nur umso mehr. Über das Ende der Geschichte darf das Publikum digital abstimmen. Es wählt am Premierenabend die dritte, utopische Variante des Weiterträumens. Eine weiche Lösung, genug darüber aussagend, wie unentschieden und ratlos wir selber der ganzen Problematik gegenüberstehen. Das allein ist schon eine gute Feststellung.

Musikalische Grenzgängerei

Musik schleicht sich in diese Thematik genauso so doppeldeutig ein wie das Ganze ist. Wildes Tongestöber und Elektronik-Gewimmer wird vom Computer zugesampelt. Daneben sitzt Hans-Peter Kirchberg im Glitzerfrack am Klavier. Ein Vibraphon beläutet eingehende Posts. Es ist genau jene Grenzgängerei, wie ich sie von diesem Haus erwarte. Keine Lösungen, sondern Problemverwehungen, auch musikalisch.

Ein hochsympathischer Abend

Für W-Lan ist in der kleinsten Hütte Platz. Auch im winzigen Studio der Neuköllner Oper, wo man den Luftraum über uns nutzt, um einigermaßen Spielfläche zu gewinnen. Ein Klettergestänge durchzieht die klitzige Kubatur. Darauf krabbeln drei Darsteller wie Spinnen, die ihr Netz weiter spinnen – mit Klebeband. Ein gutes Bild. Es sind Digital-Zombies wie du und ich. Die Darsteller sind jung und brauchen das Geld. Das sie hier nicht kriegen. Ein hochsympathischer Abend, einer der letzthin klügsten hier, die ich sah. Gute, analoge Nachrichten aus Neukölln.

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

Hören und Sehen

Der österreicherische Opernsänger Günther Groissböck, Bass; © Carsten Kampf
Carsten Kampf

In der Strauss-Oper "Der Rosenkavalier" zu hören - Günther Groissböck, Opernsänger

Sehr wienerisch wird es am Wochenende in der Staatsoper Unter den Linden werden: Denn dann steht dort die Premiere der Strauss-Oper "Der Rosenkavalier" an, und zwar in der Inszenierung des österreichischen Multi-Künstlers André Heller. Mit von der Partie, als Baron Ochs auf Lerchenau, ist der Bass Günther Groissböck, ebenfalls ein Österreicher, ebenfalls weltweit tätig.

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André Heller (Quelle: rbb)
rbb
4 min

Gespräch | rbbKultur - Das Magazin - ''Der Rosenkavalier'' inszeniert von Andre Heller

Es ist eine freundliche Übernahme der Wiener an der Staatsoper. André Heller inszeniert seine erste Oper. Bühnenbildnerin Xenia Hausner und Modedesigner Arthur Arbesser sind mit dabei.

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