Kirill Petrenko
Bild: Stephan Rabold

Berliner Philharmonie - Kirill Petrenko dirigiert die Berliner Philharmoniker

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In vier Konzerten präsentieren Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker Meisterwerke von Strawinsky, Zimmermann und Rachmaninow. Alle drei Stücke sind zwischen 1940 und 1950 komponiert worden und beschreiten ganz unterschiedliche Wege der musikalischen Moderne.

Innerhalb eines Jahrzehnts entstanden die drei Stücke des Programms, alle schauen auf ihre Weise rückwärts und alle erfordern die Fähigkeit zu Tanzen.

Am wenigsten gelang dies in Stravinskis Symphonie in drei Sätzen. Erinnerungen an Tanzstunden kam auf, bei denen vor allem die Männer steif sind und Rhythmus militärisch herstellen. Offenbar war man so darauf fixiert zusammen zu spielen (zugegeben, nicht einfach), dass die repetitiven, aber vertrackten Muster bald auf die Nerven gingen. Denn das lässt sich nur gut rüberbringen, wenn man locker wird, den etwas ironischen Bezug auf barocke Konzertanmutungen versteht. Auch das leicht Sentimentale ist gleichsam gebrochen. Davon war nichts zu spüren.

In ein imaginäres Brasilien entführt der kriegserfahren -geschädigte Bernd Alois Zimmermann in Alagoana. Selbst kennengelernt hatte er es nie. Er wollte auch etwas die verkopfte Zunft der Kritiker und Komponisten der Avantgarde schockieren. Hier wurde sehr an den Farben gearbeitet, aber dass der Dschungel heiß ist, dass man da schwitzt, dass es um erotisches Werben geht, dass auch nicht alles immer ernst gemeint ist, hatte man vor lauter Arbeit aus dem Blick verloren.

Wie verwandelt ging es dann bei Rachmaninow ganz anders zu. So ein exquisiter Walzer! wäre doch die Hüfte schon früher locker gewesen! Hier waren Farben kein Selbstzweck, sondern Beschwörung eines vergangenen Lebens, einer untergegangenen Welt. DAS war suggestiv.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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