James Gaffigan © Vera-Hartmann
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Webern, Gulda und Mozart - Das Orchester der Komischen Oper Berlin unter James Gaffigan

Bewertung:

Zwar nur als Stream ohne Publikum - aber endlich mal wieder aktuelle Musik aus der Komischen Oper Berlin.

Am Beginn: Ungewöhnliches. Anton Weberns Orchestervariationen hört man selten. Hier aber im Sinne des Komponisten: kräftiger Rotwein, wenn auch nur tropfenweise. Friedrich Guldas Cellokonzert ist dagegen offene Provokation: irgendwas zwischen Jazz, Alpenmusik, Rokoko und Gaudi. Nur muss man es auch so spielen. Felix Nickel, Solocellist im Orchester der Komischen Oper, kann das alles, hat einen schönen Ton, aber alle zusammen spielen so verkrampft und unkomisch (trotz "Harry Potter"-Anklängen in der Kadenz), dass das eine ziemlich unfrohe Sache wird.

Brav und langweilig - bis der Rost vom Orchester platzte

Und: wo sonst die Komische Oper vor unkonventionellen Ideen sprüht, bekam man das mit trocken abgelesenen Zwischentexten präsentiert. Wo war Intendant Barrie Kosky, der das locker mal auf der Bühne hätte moderieren können?!

Locker ging es mit Mozarts "Jupiter"-Sinfonie zunächst gar nicht los: sauber, ordentlich, beflissen, aber einfach nur brav und langweilig - bis dann offenkundig der Rost vom Orchester platzte, und man endlich das Gefühl hatte, dass sich alle wirklich freuen, mal wieder live spielen zu dürfen.

So gerne mehr davon!

Andreas Göbel, rbbKultur

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