Sir Simon Rattle © picture alliance/ dpa/ Henry Lin
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Drei Werke und ein Abschied - Die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle

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In Pandemie-Zeiten ist alles anders: Da wollte Simon Rattle Edward Elgars Oratorium "The Dream of Gerontius" aufführen - mit großem Chor und Orchester derzeit unmöglich. Also als Ersatz einmal Alberto Ginastera: Dessen Variaciones concertantes lassen alle Instrumente des Orchesters mal hervortreten. Leider wenig originell - die Berliner Philharmoniker waren hier komplett unterfordert.

Danach: zweimal Benjamin Britten. In den Variationen und Fuge über ein Thema von Henry Purcell - bekannt auch unter "The Young Person's Guide to the Orchestra" - haben alle wenige Sekunden, um sich effektvoll zu präsentieren. Beste Unterhaltung, ohne allzu viele Schweißtropfen. Musikalischer Höhepunkt war Brittens Serenade, von Tenor Andrew Staples mit Klarheit und Wärme vermittelt, von Solo-Hornist Stefan Dohr mit makelloser Intensität auf Gänsehautniveau umgesetzt.

Bewegender Moment

Und dann ein Abschied: Der langjährige Erste Konzertmeister der Berliner Philharmoniker Daniel Stabrawa verabschiedete sich mit diesem Konzert in den Ruhestand. Da musste man erst einmal schlucken. Seit 38 Jahren im Orchester, seit 35 Jahren in dieser Position. Sicherheit, Souveränität - wenn er am ersten Pult saß, wusste man: die Sache läuft. Dazu uneitel im Dienst der Sache, in seinen Soli berührend.

Das war ein bewegender Moment, Daniel Stabrawa konnte vor Rührung kaum sprechen. Nur: leider vor leerer Philharmonie. Wo die Philharmoniker schon das nächste Konzert wieder mit Publikum spielen - hätte man das nicht so hinbekommen, dass Daniel Stabrawa auch vom Publikum verabschiedet worden wäre? Verdient hätte er es.

Andreas Göbel, rbbKultur

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