Staatsoper Berlin: La fanciulla del West; hier: Anja Kampe (Minnie) und Marcelo Álvarez (Dick Johnson); © Martin Sigmund
Martin Sigmund
Bild: Martin Sigmund Download (mp3, 5 MB)

Premiere - Staatsoper Unter den Linden: "La Fanciulla del West"

Bewertung:

Premiere im doppelten Sinne: Zum ersten Mal gibt es an der Staatsoper Unter den Linden Puccinis "Mädchen aus dem goldenen Westen". Und das glücklicherweise vor Publikum.

Ob man diese Oper nun unbedingt an dieser Stelle brauchte, sei dahingestellt. Puccinis Versuch, statt großer Arien alles durchzukomponieren, ist eher halb gelungen. Aber das großbesetzte Werk mit zahllosen Figuren auf der Bühne - das wirkte wie ein Signal auf dem Weg zu mehr Normalität auch im kulturellen Bereich.

Kraftvoll bebilderte Inszenierung

Lydia Steier bot eine kraftvoll bebilderte Inszenierung im Wildwest-Milieu - mit Pommesbude bei Sonnenuntergang, Schneesturm, Mini-Wohnung und Showdown auf der Ladefläche eines Transporters.

Schöne Idee: der eintreffende Fremde als Außenseiter mit Anzug und Krawatte. Kein Geniestreich, aber ansehnlich.

Grundsolide

Sängerisch war das eine weitgehend gute Besetzung: Anja Kampe konnte in der Titelpartie mit Durschlagskraft punkten, Michael Volle als Sherriff wie gewohnt mit darstellerischer Präsenz, Marcelo Álvarez kompensiert das, was ihm inzwischen an Leichtigkeit fehlt, mit kraftvollem Fundament.

Antonio Pappano hält am Pult das alles zusammen, handwerklich grundsolide, wenngleich auf Kosten der Sänger viel zu laut und klanglich unentschieden. Das Stück kann man ins Repertoire nehmen, das tut nicht weh. Gebraucht hätte man es nicht.

Andreas Göbel, rbbKultur

Weitere Rezensionen

John Williams © picture alliance/ AP Photo/ Chris Pizzello
picture alliance/ AP Photo/ Chris Pizzello

Philharmonie Berlin - John Williams dirigiert die Berliner Philharmoniker

Was wären Indiana Jones, E.T., Superman oder Harry Potter ohne die Musik von John Willams? Der amerikanische Komponist hat mit seinen Filmmusiken Kino-Geschichte geschrieben und ganze Generationen in seine musikalischen Welten entführt. Er hat die Soundtracks für Kino-Blockbuster wie "Star Wars", "Jurassic Park", "Der weiße Hai" oder "Schindlers Liste" komponiert. Nun bringt er in Berlin einige seiner berühmtesten Filmklassiker zu Gehör - erstmals am Pult der Berliner Philharmoniker.

Bewertung:
Neuköllner Oper: Berlin Karl-Marx-Platz © Thomas Koy
Thomas Koy

Neuköllner Oper - "Berlin Karl-Marx-Platz"

Hakan Savaş Mican ist Autor und Hausregisseur am Berliner Maxim-Gorki-Theater. Sein neues Stück ist aber an der Neuköllner Oper uraufgeführt worden – "Berlin Karl-Marx-Platz". Es ist der zweite Teil seiner Berlin-Trilogie.

Bewertung:
Ainārs Rubiķis ist der Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin © Jan Windszus Photography
Jan Windszus Photography

Komische Oper Berlin - Das Orchester der Komischen Oper Berlin unter Ainārs Rubiķis

Kosmische Höhen und wuchtige Fitness: Das Orchester der Komischen Oper Berlin landet unter seinem Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis einen Coup mit einer berauschenden Skrjabin-Aufführung. Zuvor hat Tzimon Barto in Sergej Rachmaninows zweitem Klavierkonzert als hemmungsloser Exzentriker gewütet und geschwelgt.

Bewertung: